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Netzwelt

Kompensation für Hacker-Angriffe

Yahoo muss 117,5 Millionen Dollar zahlen

Vor mehr als fünf Jahren wurden die Daten von rund drei Milliarden Yahoo-Nutzern gehackt. Jetzt einigte sich das Unternehmen mit Betroffenen auf den teuersten Vergleich in der Geschichte digitaler Diebstähle.

Michael Probst / AP

Yahoo-Logo

Mittwoch, 10.04.2019   23:15 Uhr

Es gilt als der größte Hackerangriffe der Internetgeschichte: 2013 und 2014 wurden Daten von allen drei Milliarden Yahoo-Nutzerkonten gestohlen. Rund 194 Millionen Opfer der Attacke, denen fast 900 Millionen der betroffenen Accounts gehören, haben das Internetunternehmen daraufhin verklagt. Nun einigten sich die Parteien auf einen Vergleich, der Yahoo insgesamt 117,5 Millionen US-Dollar kosten soll.

Ein höherer Betrag wurde noch nie als Kompensation für gestohlene Daten gezahlt. Eigentlich hatten sich Yahoo und die Anwälte der Betroffenen auf einen Vergleich über 50 Millionen Dollar geeinigt. Aber die zuständige Richterin Lucy Koh in San José (US-Bundesstaat Kalifornien) wies den ersten Vergleich ab und verlangte eine Neuberechnung.

Die Summe setzt sich zusammen aus kostenlosen Finanzdienstleistungen, die Yahoo den Opfern anbietet, Erstattungen von Beitragszahlungen für Premium-Accounts, Aufwandsentschädigungen sowie Gerichts- und Anwaltskosten. Noch ist der neue Vergleich nicht bindend, für den 27. Juni ist eine weitere Anhörung angesetzt.

mmm/ap

insgesamt 8 Beiträge
tomjerry2 11.04.2019
1.
---Zitat--- Rund 194 Millionen Opfer der Attacke, denen fast 900 Millionen der betroffenen Accounts gehören ... ---Zitatende--- D.h. jeder Nutzer besitzt im Schnitt 4,6 Accounts?
---Zitat--- Rund 194 Millionen Opfer der Attacke, denen fast 900 Millionen der betroffenen Accounts gehören ... ---Zitatende--- D.h. jeder Nutzer besitzt im Schnitt 4,6 Accounts?
marcus.w 11.04.2019
2. Wow... fast 50ct / Opfer
Die einzigen, die sich dabei die Taschen vollmachen, sind die Anwälte... bei 194 Millionen "Opfern" bekommt jeder einzelne exakt garnix - aber die Anwaltskosten, die Anteilig auf der Vergleichssumme basieren muss Yahoo [...]
Die einzigen, die sich dabei die Taschen vollmachen, sind die Anwälte... bei 194 Millionen "Opfern" bekommt jeder einzelne exakt garnix - aber die Anwaltskosten, die Anteilig auf der Vergleichssumme basieren muss Yahoo trotzdem zahlen.
Gerdd 11.04.2019
3. Das sind dann mal gerade ...
3,9 cent pro gehacktem Benutzer. Das finde ich echt günstig. Die Gäste bei Kai Pflaumes "Wer weiß denn sowas"-Quiz bekommen ein Vielfaches davon.
3,9 cent pro gehacktem Benutzer. Das finde ich echt günstig. Die Gäste bei Kai Pflaumes "Wer weiß denn sowas"-Quiz bekommen ein Vielfaches davon.
snzinn17 11.04.2019
4. US Rechtssystem, eine Quelle unermesslicher Anwaltshonorare
Wann fängt die Öffentlichkeit endlich an, bei den Rechtsstreitigkeiten in den USA, einen Blick auf das amerikanische Rechtssystem und die Anwaltshonorare zu werfen. Im vorliegenden Falle bekommt jeder klagende Yahoo Geschädigte [...]
Wann fängt die Öffentlichkeit endlich an, bei den Rechtsstreitigkeiten in den USA, einen Blick auf das amerikanische Rechtssystem und die Anwaltshonorare zu werfen. Im vorliegenden Falle bekommt jeder klagende Yahoo Geschädigte eine Entschädigung im einstelligen Dollarbereich. Die Anwaltskanzleien kassieren zweistellige Millionenbeträge ab. Wer hatte also ein Interesse an dem Verfahren?
hup 11.04.2019
5. Wow, Yahoo zahl 60 cent pro Kläger
117,5 mio. USD / 194 mio. Kläger = 0,60 USD. Davon gehen vermutlich noch 30% an die Anwaltskanzlei, bleiben rund 40 cent Entschädigung für fehlende Sicherheitsvorkehrungen pro Kläger übrig. Das ist keine [...]
117,5 mio. USD / 194 mio. Kläger = 0,60 USD. Davon gehen vermutlich noch 30% an die Anwaltskanzlei, bleiben rund 40 cent Entschädigung für fehlende Sicherheitsvorkehrungen pro Kläger übrig. Das ist keine „Rekordsumme“, das ist lächerlich, und ganz sicher kein Anreiz für Unternehmen ihre Sicherheit zu verbessern. Es ist aber ein Anreiz für Kanzleien solche Prozesse zu führen, die für ihre Klienten irrelevante Ergebnisse liefern - man selbst verdient kumulativ bei so vielen Klägern ja trotzdem gut.

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