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Panorama

Berlin und Koblenz

Sprengstoffexperten entschärfen US-Fliegerbomben

In Berlin-Kreuzberg und in Koblenz sind amerikanische Weltkriegsbomben gefunden worden. Tausende Anwohner mussten ihre Wohnungen verlassen. In Koblenz konnten Experten den Sprengkörper bereits entschärfen, in Berlin dauern die Arbeiten an.

Der Polizeipräsident in Berlin
Sonntag, 25.10.2015   11:15 Uhr

Arbeiter haben auf einer Baustelle in Berlin-Kreuzberg am Freitag eine Bombe gefunden. Nun wird sie entschärft: Die Polizei hat eine Sicherheitszone eingerichtet, die Anwohner wurden gebeten, ihre Wohnungen zu verlassen.

Beamte begannen am Morgen damit, Betroffene in Sicherheit zu bringen: Der Fundort in der Berliner Lindenstraße 91 liegt rund hundert Meter vom Jüdischen Museum entfernt. Nach ersten Erkenntnissen handele es sich bei dem Sprengkörper um eine Fliegerbombe amerikanischer Herstellung mit einem Gewicht von etwa 250 Kilogramm, teilte die Polizei mit. Es bestehe keine Gefahr, heißt es weiter. Wie lange der Einsatz dauern wird, ist laut Polizei schwer abzuschätzen.

Am Sonntagnachmittag hatte sich die Entschärfung der Bombe in Berlin immer wieder verzögert. Bis 15 Uhr konnten die Spezialkräfte noch nicht mit ihrer Arbeit beginnen, sagte ein Polizeisprecher. Es habe sehr lange gedauert, die rund 11.000 Anwohner zu evakuieren.

Mit Flugblättern waren die Anwohner bereits am Samstag über die Evakuierung in dem Sperrkreis informiert worden, er ist mehrere Hundert Meter groß. Zwei U-Bahnlinien wurden teilweise unterbrochen, Busse umgeleitet.

Bombenfund bei Baggerarbeiten an Koblenzer Grundschule

In Koblenz mussten am Sonntag rund 5000 Anwohner ihre Häuser verlassen. Dort konnten Experten eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg bis zum Nachmittag ohne Zwischenfälle entschärfen. Das teilte die Feuerwehr mit.

Der Blindgänger wurde bereits am vergangenen Mittwoch an einer Grundschule bei Baggerarbeiten für eine neue Mensa entdeckt: Es handelt sich dabei ebenfalls um eine amerikanische 250-Kilo-Fliegerbombe. Die in vier Meter Tiefe liegende Bombe mit zwei Zündern war laut dem Kampfmittelräumdienst Rheinland-Pfalz schwer zugänglich.

Die Evakuierung in Koblenz verlief nach Plan, berichtet der SWR. Einsatzkräfte gingen von Tür zu Tür, um zu prüfen, ob auch wirklich alle betroffenen Anwohner ihre Wohnungen verlassen hatten. Gegen Mittag wollten die Sprengstoffexperten mit der Entschärfung der Bombe beginnen, heißt es in dem Bericht. Während der Entschärfung war auch die B9 gesperrt worden, sie wurde inzwischen wieder freigegeben.

Der gesperrte Bereich in der Koblenzer Südstadt reichte vom Busbahnhof bis zum Schützenhof und von den Bahngleisen bis hin zur Nordspitze der Insel Oberwerth.

Stadtverwaltung Koblenz

Sperrzone in der Koblenzer Südstadt: Räumdienst entschärft Fliegerbombe

bos/dpa

insgesamt 7 Beiträge
windpillow 25.10.2015
1. Entschärfung
Bei uns ist in 2 Tagen wieder alles sicher, aber denken wir mal an Vietnam, was da noch an sog. Blindgängern im Boden liegen, denn da wurden weit, weit mehr Bomben geschmissen, als bei uns im 2. WK.
Bei uns ist in 2 Tagen wieder alles sicher, aber denken wir mal an Vietnam, was da noch an sog. Blindgängern im Boden liegen, denn da wurden weit, weit mehr Bomben geschmissen, als bei uns im 2. WK.
mahrud 25.10.2015
2. Gewagte Thesen
In Vietnam sind vor allem Mienen lange Zeit ein großes Problem gewesen, und das ist es teilweise noch heute. Bezüglich der Unbewohnbarkeit großer Gebiete ähneln sich die Kontaminationen mit Mienen oder radioaktiver [...]
Zitat von windpillowBei uns ist in 2 Tagen wieder alles sicher, aber denken wir mal an Vietnam, was da noch an sog. Blindgängern im Boden liegen, denn da wurden weit, weit mehr Bomben geschmissen, als bei uns im 2. WK.
In Vietnam sind vor allem Mienen lange Zeit ein großes Problem gewesen, und das ist es teilweise noch heute. Bezüglich der Unbewohnbarkeit großer Gebiete ähneln sich die Kontaminationen mit Mienen oder radioaktiver Verstrahlung. Ob Vietnam summarisch mehr Bomben abgekriegt hat als Deutschland halte ich für fraglich, aber unabhängig davon war in Vietnam die chemische Kriegführung der USA das nachhaltig schädigende Merkmal mit Folgen für wahrscheinlich weit mehr Menschen, als dort durch Blindgänger (ohne Mienen) umgekommen sind. Übrigens wird hierzulande die Situation mit den Blindgängern unter den westalliierten Fliegerbomben als durchaus problematisch eingeschätzt, denn diese verfügen meistens über einen chemischen Zünder mit Verzögerung. Hierbei frisst sich die Säure innerhalb eines gewählten Zeitraums von bis zu 72 Stunden durch eine abgestimmte Anzahl von Trennschichten, bis sie auf ein Reagenz trifft, wodurch der Sprengstoff gezündet wird. Dazu muss sich die Bombe allerdings ungefähr in der Vertikalen befinden. Wenn nicht, so findet der Säurefraß durch die Trennschicht nur über das sich bildende Säuregas statt, was viele Jahrzehnte dauern kann. Im Allgemeinen, und übrigens im Gegensatz zu den batteriegezündeten Wehrmachtsbomben, entschärfen sich diese im Allgemeinen nicht selbst. In vielen Fällen bleibt es also eine Frage von Früher-oder-Später, doch nähern wir uns der kritischen Zeitgrenze der maximal möglichen Auslöseverzögerung.
indepen 25.10.2015
3. Gewicht oder Sprengkraft
Liebe Kollegen, da wurde in Berlin eine 250-Kilo-Bombe gefunden. Das heißt aber noch lange nicht, dass diese Bombe auch 250 Kilogramm wiegt. Das schreibt ihr nämlich. Die Kilo-Angabe bei Bomben bezieht sich auf die Sprengkraft. [...]
Liebe Kollegen, da wurde in Berlin eine 250-Kilo-Bombe gefunden. Das heißt aber noch lange nicht, dass diese Bombe auch 250 Kilogramm wiegt. Das schreibt ihr nämlich. Die Kilo-Angabe bei Bomben bezieht sich auf die Sprengkraft. Eine 250-Kilo-Bombe hat die Sprengkraft wie 250 Kilogramm TNT- kann aber, abhängig vom verwendeten Sprengstoff deutlich schwerer oder leichter sein als 250 Kilogramm. "Little Boy", die Atombombe, die von den Amerikanern über Hiroshima abgeworfen wurde, war eine 13.000-Tonnen-Bombe. Ihr Gewicht lag bei ca. 4.000 Kilogramm.
amarildo 25.10.2015
4.
4. sierrabravofour Well you lot erected a memorial (statute) for bomber Harris. The Germans haven't put one up for fatty Goering. It just indicates the corresponding attitudes to killing civilians through bombing.
4. sierrabravofour Well you lot erected a memorial (statute) for bomber Harris. The Germans haven't put one up for fatty Goering. It just indicates the corresponding attitudes to killing civilians through bombing.
j.schiffmann 25.10.2015
5.
Das ist schlichtweg Unsinn! In Berlin lag schließlich keine Atombombe, sondern eine konventionelle Freifallbombe! Deren Gewichtsangabe bezieht sich auf das (ungefähre, kann etwas schwanken) Gesamtgewicht, wobei der [...]
Zitat von indepenLiebe Kollegen, da wurde in Berlin eine 250-Kilo-Bombe gefunden. Das heißt aber noch lange nicht, dass diese Bombe auch 250 Kilogramm wiegt. Das schreibt ihr nämlich. Die Kilo-Angabe bei Bomben bezieht sich auf die Sprengkraft. Eine 250-Kilo-Bombe hat die Sprengkraft wie 250 Kilogramm TNT- kann aber, abhängig vom verwendeten Sprengstoff deutlich schwerer oder leichter sein als 250 Kilogramm. "Little Boy", die Atombombe, die von den Amerikanern über Hiroshima abgeworfen wurde, war eine 13.000-Tonnen-Bombe. Ihr Gewicht lag bei ca. 4.000 Kilogramm.
Das ist schlichtweg Unsinn! In Berlin lag schließlich keine Atombombe, sondern eine konventionelle Freifallbombe! Deren Gewichtsangabe bezieht sich auf das (ungefähre, kann etwas schwanken) Gesamtgewicht, wobei der Sprengstoffanteil immer kleiner ist. Zudem gibt es überhaupt keine amerikanischen "250 kg" - Bomben - dort ist bis heute das metrische System nicht eingeführt worden. Das wird wohl eine 500lb (Pfund) Bombe gewesen sein, also 227kg... ... und die "Sprengstoffexperten" nennt man Feuerwerker!!

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