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Panorama

Unglück in Hessen

Drei Leichen nach Absturz eines Kleinflugzeugs geborgen

Drei Menschen starben beim Absturz eines Propellerflugzeugs in Hessen, darunter die russische Geschäftsfrau und Multimillionärin Natalija Filjowa. Nun sollen die Leichen obduziert werden.

DPA

Beamte untersuchen das Wrack des abgestürzten Geschäftsflugzeuges

Montag, 01.04.2019   15:53 Uhr

Nach dem Absturz eines Propellerflugzeugs auf einem Feld im hessischen Erzhausen haben Ermittler drei Leichen geborgen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Darmstadt sollen sie am Dienstag obduziert werden.

Kriminaltechniker und Experten der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung vermaßen die Absturzstelle und fotografierten das Wrack. Bis zum 25. Mai will die Behörde einen ersten Zwischenbericht vorlegen. Das Propellerflugzeug vom Typ Epic E1000 war am Sonntag bei Erzhausen zwischen Frankfurt am Main und Darmstadt abgestürzt.

Wie die Fluggesellschaft S7 mitteilte, ist die russische Geschäftsfrau und Multimillionärin Natalija Filjowa unter den Opfern. Sie war laut dem US-Magazin "Forbes" die viertreichste Frau Russlands mit einem geschätzten Vermögen von 600 Millionen US-Dollar (knapp 535 Millionen Euro) und Miteigentümerin von S7. "Das ist ein unwiederbringlicher Verlust", sagte eine Sprecherin des Unternehmens. Filjowa sei eine inspirierende Managerin und wunderbare Frau gewesen.

Bei der Aufklärung des Absturzes könnten auch Experten aus Moskau helfen. Das sagte der stellvertretende Leiter des russischen Zwischenstaatlichen Luftverkehrskomitees (MAK), Sergej Sajko, der Nachrichtenagentur dpa.

"Der Staat, dessen Flugzeug abgestürzt ist, ist immer an der Zusammensetzung der Untersuchungskommission beteiligt", sagte Sajko. "Sollte es notwendig sein, sind wir bereit, beratend zu helfen und Hilfe zu leisten bei der Auswertung der Flugschreiber, sollten diese gefunden werden."

Streifenwagen war in Folgeunfall verwickelt

Das Kleinflugzeug mit sechs Sitzen war nach Angaben der Deutschen Flugsicherung am Sonntagnachmittag im französischen Cannes gestartet. Wenige Minuten vor dem Absturz gegen 15.30 Uhr habe sich der Pilot bei der Deutschen Flugsicherung abgemeldet, um sich beim Tower des Flugplatzes Egelsbach für die Landung anzumelden. Der Flugplatz ist nach eigenen Angaben mit rund 72.000 Flugbewegungen pro Jahr der größte regionale Flugplatz in Deutschland.

Nach dem Flugzeugabsturz war es zu einem weiteren Unglück gekommen: Ein Streifenwagen, der unterwegs zur Absturzstelle war, wurde frontal von einem entgegenkommenden Auto erfasst. Dessen Fahrer hatte ersten Erkenntnissen zufolge nach einem Überholmanöver die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren - er war dann offenbar auf die Gegenspur geraten und dort mit dem Streifenwagen zusammengeprallt.

Der 24-jährige mutmaßliche Unfallverursacher und eine 22 Jahre alte Frau in demselben Auto starben, drei Polizeibeamte wurden schwer verletzt. In den Verkehrsunfall war noch ein drittes Auto verwickelt. Die beiden Menschen im Inneren des Fahrzeugs wurden Polizeiangaben zufolge nicht verletzt.

fek/dpa

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