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Panorama

Talquerung der A45 in NRW

100.000 Tonnen Autobahnbrücke sollen um 20 Meter verschoben werden

Der Neubau ist fast so schwer wie der Kölner Dom: In NRW muss eine Autobahnbrücke ausgetauscht werden. Das neue Bauwerk soll an die Stelle des alten gleiten - auf einem Film aus im Haushalt üblichen Spüli.

Oliver Berg/dpa

A45-Brücke in NRW: Pfeiler kommen auf Schiebebahnen

Freitag, 03.05.2019   07:11 Uhr

Das Szenario erinnert ein bisschen an den Stapellauf eines Schiffs. Nur dass bei dem Neubau einer Autobahnbrücke in Nordrhein-Westfalen kein Rumpf ins Wasser gleiten, sondern mithilfe von gewaltigen Hydraulikpressen ein gewaltiges Bauwerk verschoben werden soll. Fett oder handelsübliches Spülmittel dienten als Gleitmittel, sagte der Leiter der Koordinierungsstelle A45, Karl-Josef Fischer.

Bei dem laufenden Neubau in der Nähe von Siegen sollen so 100.000 Tonnen Brücke um 20 Meter bewegt werden. Das Bauwerk ist damit fast so schwer wie der Kölner Dom, dessen Gewicht ohne Fundamente auf rund 120.000 Tonnen geschätzt wird.

Pfeiler sind 66 Meter hoch

"Einen solchen Querverschub auf Fundamentebene hat es in dieser Größenordnung in Deutschland noch nicht gegeben", heißt es in einer Projektbroschüre des Landesbetriebs Straßen.NRW. Die Aktion wird ein bis zwei Tage dauern und ist für 2022 geplant.

Oliver Berg/dpa

Talbrücke Rinsdorf

Bei der Aktion an der Sauerlandlinie genannten Autobahnverbindung wird aus zwei Brückenneubauten mit jeweils der halben Breite das komplette Bauwerk zusammengefügt. Das wird ein bis zwei Tage dauern. Die Hälfte der A45-Autobahnbrücke von Wilnsdorf soll mitsamt der bis zu 66 Meter hohen Pfeiler verschoben werden. Die Pfeiler stehen dabei jeweils auf zwei Schiebebahnen.

apr/dpa

insgesamt 24 Beiträge
r_saeckler 03.05.2019
1. Römische Ingenieure und Pioniere (das Militär, natürlich...!) bauten
in den entlegensten Ecken des Römischen Imperiums Straßen und Brücken die locker 2.000 Jahre hielten und ihren Dienst taten... Gut, heutigentags sind sowohl die Anzahl wie auch die Masse der Fahrzeuge um Größenordnungen [...]
in den entlegensten Ecken des Römischen Imperiums Straßen und Brücken die locker 2.000 Jahre hielten und ihren Dienst taten... Gut, heutigentags sind sowohl die Anzahl wie auch die Masse der Fahrzeuge um Größenordnungen größer - aber sollte es heutigen Ingenieuren und Brückenbaueern denn nicht möglich sein, eine dämliche Autobahnbrücke so zu berechnen und dann auch zu bauen dass sie wenigstens 100 Jahre brauchbar bleibt? Vielleicht einfach mal als Auslegungsparameter nicht heutige LKW-Massen, -Zahlen und -Geschwindigkeiten zugrunde legen (die leichten PKW sind eh' Peanuts und vernachlässigbar) sondern mit dem breiten Daumen einen ordentlichen Schnaps an Reseven einbeziehen? Ich wette meinen Hut, dass heute noch Brücken ausgelegt werden für Vierzigtonner und v max 80 km/h - und das, obwohl die Sechzigtonner kommen werden, so sicher wie das Amen in der Kirche... Klar, das kostet zunächst natürlich deutlich mehr - aber alle 30 Jahre abreissen und neu bauen - und zwischendurch x-mal flicken - ist auf Sicht noch viel teurer. Kennt jeder intelligente Häuslebauherr.
Braveheart Jr. 03.05.2019
2. Hat man nicht ...
... in den 70er Jahren die "Oberkasseler Brücke" in Düsseldorf auch erst nebenan gebaut und dann rübergeschoben? Ich erinnere mich an einen wunderschönen Tag auf den Rheinwiesen, wo wir Rutschprozeß gespannt [...]
... in den 70er Jahren die "Oberkasseler Brücke" in Düsseldorf auch erst nebenan gebaut und dann rübergeschoben? Ich erinnere mich an einen wunderschönen Tag auf den Rheinwiesen, wo wir Rutschprozeß gespannt beobachteten.
mol1969 03.05.2019
3.
Die Sache hat einen Haken: Politiker denken nicht in 100-Jahres-Abschnitten, sondern max. 4-5 Jahre in voraus, nämlich von Wahl zu Wahl. Ein momentan ausgeglichener Haushalt ist dem gemeinen Politiker weitaus wichtiger als [...]
Zitat von r_saecklerin den entlegensten Ecken des Römischen Imperiums Straßen und Brücken die locker 2.000 Jahre hielten und ihren Dienst taten... Gut, heutigentags sind sowohl die Anzahl wie auch die Masse der Fahrzeuge um Größenordnungen größer - aber sollte es heutigen Ingenieuren und Brückenbaueern denn nicht möglich sein, eine dämliche Autobahnbrücke so zu berechnen und dann auch zu bauen dass sie wenigstens 100 Jahre brauchbar bleibt? Vielleicht einfach mal als Auslegungsparameter nicht heutige LKW-Massen, -Zahlen und -Geschwindigkeiten zugrunde legen (die leichten PKW sind eh' Peanuts und vernachlässigbar) sondern mit dem breiten Daumen einen ordentlichen Schnaps an Reseven einbeziehen? Ich wette meinen Hut, dass heute noch Brücken ausgelegt werden für Vierzigtonner und v max 80 km/h - und das, obwohl die Sechzigtonner kommen werden, so sicher wie das Amen in der Kirche... Klar, das kostet zunächst natürlich deutlich mehr - aber alle 30 Jahre abreissen und neu bauen - und zwischendurch x-mal flicken - ist auf Sicht noch viel teurer. Kennt jeder intelligente Häuslebauherr.
Die Sache hat einen Haken: Politiker denken nicht in 100-Jahres-Abschnitten, sondern max. 4-5 Jahre in voraus, nämlich von Wahl zu Wahl. Ein momentan ausgeglichener Haushalt ist dem gemeinen Politiker weitaus wichtiger als Handeln mit Weitsicht, denn so wird er in 4 Jahren wiedergewählt, im anderen Fall heißt es, er könne nicht haushalten.
usa911 03.05.2019
4.
Die Brücken würden auch heute noch stehen und halten, wenn man investiert und Sie regelmässig gewartet und Instand gesetzt hätte, wie es jeder Hausbesitzer, der ein mehr Generationen Haus hat auch macht. Aber der Staat [...]
Zitat von r_saecklerin den entlegensten Ecken des Römischen Imperiums Straßen und Brücken die locker 2.000 Jahre hielten und ihren Dienst taten... Gut, heutigentags sind sowohl die Anzahl wie auch die Masse der Fahrzeuge um Größenordnungen größer - aber sollte es heutigen Ingenieuren und Brückenbaueern denn nicht möglich sein, eine dämliche Autobahnbrücke so zu berechnen und dann auch zu bauen dass sie wenigstens 100 Jahre brauchbar bleibt? Vielleicht einfach mal als Auslegungsparameter nicht heutige LKW-Massen, -Zahlen und -Geschwindigkeiten zugrunde legen (die leichten PKW sind eh' Peanuts und vernachlässigbar) sondern mit dem breiten Daumen einen ordentlichen Schnaps an Reseven einbeziehen? Ich wette meinen Hut, dass heute noch Brücken ausgelegt werden für Vierzigtonner und v max 80 km/h - und das, obwohl die Sechzigtonner kommen werden, so sicher wie das Amen in der Kirche... Klar, das kostet zunächst natürlich deutlich mehr - aber alle 30 Jahre abreissen und neu bauen - und zwischendurch x-mal flicken - ist auf Sicht noch viel teurer. Kennt jeder intelligente Häuslebauherr.
Die Brücken würden auch heute noch stehen und halten, wenn man investiert und Sie regelmässig gewartet und Instand gesetzt hätte, wie es jeder Hausbesitzer, der ein mehr Generationen Haus hat auch macht. Aber der Staat hat nach dem Motto gehandelt: Ach was, die Brücke geht noch, das hält schon noch paar Jahre, da brauchen wir jetzt nichts machen, sparen wir das Geld...
ae1 03.05.2019
5.
Das sehe ich auch so wie meine Vorredner. Die Lasten werden auf die kommenden Generationen verschoben. Nach mir die Sintflut, denken die Politiker.
Das sehe ich auch so wie meine Vorredner. Die Lasten werden auf die kommenden Generationen verschoben. Nach mir die Sintflut, denken die Politiker.

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