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Panorama

Gedenkstätte in Auschwitz

KZ-Besucher sollen nicht auf Gleisen balancieren

Jedes Jahr besuchen Hunderttausende Menschen das ehemalige Konzentrationslager in Auschwitz, viele wollen Erinnerungsfotos - und posieren dafür auf den Bahngleisen. Dagegen will die Gedenkstätte nun vorgehen.

DPA

Gleise vor dem ehemaligen KZ Auschwitz (2016)

Donnerstag, 21.03.2019   12:38 Uhr

"Wenn Sie zum Auschwitz-Museum kommen, dann denken Sie bitte daran, dass Sie an einem Ort sind, an dem mehr als eine Million Menschen getötet wurde." Mit diesem Satz beginnt eine Botschaft der Gedenkstätte des früheren Konzentrationslagers. Sie appelliert damit an Besucher, Respekt vor dem Andenken der Getöteten zu zeigen - und auf Fotos von Balanceakten auf den Gleisen vor dem Gebäude zu verzichten.

"Es gibt bessere Orte, um das Laufen auf einem Schwebebalken zu lernen als der Ort, der die Deportation von Hunderttausenden Menschen in den Tod symbolisiert", heißt es in der Nachricht bei Twitter. Dazu veröffentlichten die Betreiber mehrere Fotos von Nutzern, die sich bei eben diesem Balanceakt fotografierten und die Fotos online veröffentlichten.

Das Fotografieren in der Gedenkstätte werde nicht verboten, heißt es in einer weiteren Nachricht. Man bitte Besucher aber, sich respektvoll zu verhalten - auch, wenn es ums Fotografieren gehe. Um positive Beispiele zu zeigen, verlinkten die Betreiber auf den offiziellen Instagram-Account der Gedenkstätte.

Der im Südosten Polens gelegene ehemalige Lagerkomplex Auschwitz ist zum Symbol der NS-Vernichtungsmaschinerie geworden. Es war das größte deutsche Todeslager. Mindestens 1,1 Millionen Menschen wurden dort ermordet - etwa eine Million Juden sowie mehr als 100.000 nichtjüdische Lagerhäftlinge. Die Gedenkstätte zählt jedes Jahr mehr als eine Million Besucher aus aller Welt.

aar

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