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DLRG-Statistik

Mehr als 500 Badetote in nur einem Jahr

Mindestens 504 Menschen sind laut DLRG 2018 bei Badeunfällen gestorben. Das sind 100 mehr als 2017 - ein Grund ist demnach das gute Wetter.

DPA

Rettungsboot auf dem Baldeneysee

Donnerstag, 21.02.2019   14:06 Uhr

Die Zahl der Badetoten in Deutschland ist 2018 um fast 20 Prozent gestiegen. Mindestens 504 Menschen seien vergangenes Jahr ertrunken, teilte die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) in Hamburg mit.

435 Männer und Frauen kamen an ungesicherten Badestellen in Flüssen, Bächen, Seen und Kanälen ums Leben. Als eine Ursache für die deutlich gestiegene Zahl der Badetoten nennt die DLRG den langen und warmen Sommer im vergangenen Jahr.

60 Prozent der Zehnjährigen können nicht sicher schwimmen

Die Binnengewässer führen laut DLRG immer noch die Statistik bei den Todesfällen an. "Sie werden in den seltensten Fällen von Rettungsschwimmern bewacht", sagte DLRG-Präsident Achim Haag. "Das Risiko zu ertrinken, ist hier deutlich höher." Ein schlichtes Badeverbotsschild halte die wenigsten davon ab, ins Wasser zu gehen.

Video: Wie man Ertrinkende erkennt - und rettet

Foto: DPA

Laut DLRG-Präsident Haag hängen die aktuellen Ertrunkenenzahlen auch damit zusammen, dass immer weniger Menschen schwimmen können. Schwimmbäder würden zunehmend geschlossen oder in Spaßbäder umgebaut, in denen an Schwimmausbildung nicht mehr zu denken sei. Längere Wartezeiten für Schwimmkurse seien die Folge.

"Wir müssen Bäder erhalten, Bäder bauen und nicht wegrationalisieren - Schließungen gehen zu Lasten der Wassersicherheit der Bevölkerung und bezahlbarer sozialer Angebote", mahnte Haag. Die möglichen Folgen sind laut DLRG schon jetzt absehbar: So seien rund 60 Prozent der Zehnjährigen keine sicheren Schwimmer.

Baderegeln der DLRG

1. Baden Sie nur, wenn Sie sich wohlfühlen. Duschen Sie sich kühl ab, bevor Sie in das Wasser steigen.

2. Gehen Sie niemals mit vollem oder sehr leerem Magen baden.

3. Nichtschwimmer sollten nur bis zum Bauch in das Wasser gehen.

4. Rufen Sie nicht um Hilfe, wenn Sie nicht in Gefahr sind. Helfen Sie Menschen, die Ihre Hilfe benötigen.

5. Überschätzen Sie Ihre Kräfte nicht.

6. In Gewässern, auf denen Schiffe und Boote fahren, sollten Sie nicht baden.

7. Verlassen Sie bei Gewitter sofort das Wasser und suchen Sie ein festes Gebäude auf.

8. Werfen Sie keinen Abfall in das Wasser, sondern halten Sie die Gewässer sauber.

9. Aufblasbare Schwimmhilfen unterstützen nicht Ihre Sicherheit im Wasser.

10. Springen Sie nur in ein Gewässer, wenn Sie sich sicher sind, dass es frei und tief genug ist.

Wie in den Vorjahren ereigneten sich die meisten Fälle von Ertrinken in Bayern (89), gefolgt von Nordrhein-Westfalen (63), Baden-Württemberg (62) und Niedersachsen (61).

apr/dpa/AFP

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