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Hamburg

Patient nach zwei Wochen tot in Krankenhauskeller gefunden

Ein 76-Jähriger verschwand Mitte Juli in einem Hamburger Krankenhaus - erst zwei Wochen später wurde er tot aufgefunden. Vermutlich hatte der Mann sich in dem Gebäude verlaufen.

DPA / Patrick Seeger

Mittwoch, 14.08.2019   19:49 Uhr

Ein dementer Krankenhauspatient ist Ende Juli zwei Wochen nach seinem Verschwinden tot im Keller der Klinik in Hamburg entdeckt worden. Das berichteten mehrere Medien, unter anderem die "Bild" -Zeitung und der NDR. Die Polizei und ein Sprecher der Asklepios-Kliniken bestätigten den Vorfall demnach.

Der 76-Jährige soll sich Mitte Juli kurz vor seiner Entlassung aus dem Krankenhaus in der Einrichtung im Stadtteil Wandsbek verlaufen haben. Als er die Krankenstation verlassen habe, verirrte er sich laut Polizei vermutlich durch eine Fluchttür in ein Treppenhaus. Der Rentner konnte nicht mehr zurückkommen, da sich die Tür zur Station von außen nicht öffnen ließ.

Auch den Ausgang zur Straße habe er nicht gefunden, sagte ein Polizeisprecher laut NDR. Stattdessen sei der alte Mann ins zweite Untergeschoss gelaufen. Dort kletterte er den Angaben zufolge unter der Treppe durch eine in der Wand eingelassene Stahltür in eine kleine Kammer und starb ersten Erkenntnissen zufolge an Herzversagen.

Bei dem Toten soll es sich den Berichten zufolge um einen ehemaligen Kommissar handeln, der auf der Davidwache an der Reeperbahn gearbeitet hatte. Polizei und Klinik hatten vergeblich nach dem Mann gesucht. Auch eine Öffentlichkeitsfahndung blieb erfolglos. Erst am 28. Juli hätten Krankenhausmitarbeiter Verwesungsgeruch im Keller bemerkt und die Leiche gefunden.

Die Asklepios-Kliniken wollen laut NDR mögliche Konsequenzen aus dem Fall prüfen. Möglicherweise sollen Demenzpatienten demnach künftig Armbänder bekommen, die beim Verlassen der Station Alarm auslösen.

bbr

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