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Swami Baneshananda

Wie Gläubige im Hinduismus Zuversicht finden

Swami Baneshananda über Zuversicht im Hinduismus

Montag, 25.08.2014   16:51 Uhr

Zur Person

Einer der Hauptpfeiler des Hinduismus ist das Gesetz des Karma. Es besagt, dass wir zwar nicht frei von der Vergangenheit sind - aber frei, unsere Zukunft zu ändern. Die Vorstellung einer ewigen Verdammnis hat daher keinen Platz im Hinduismus. Diese optimistische Sichtweise gibt uns Vertrauen in eine Lebensführung, die der Liebe, dem Respekt und dem Ziel einer besseren Zukunft gewidmet ist. Jeder fromme Hindu glaubt daran und führt ein Leben, das auf gegenseitiger Ergänzung mit anderen Individuen beruht.

Wir alle sind dem Hinduismus zufolge der Atman: spirituelle Wesen, das göttliche Selbst. Diese Sichtweise hilft uns dabei, auf eigenen Füßen zu stehen und die Herausforderungen des Lebens anzunehmen. Körperlichen oder psychischen Leiden zum Beispiel können wir mit innerer Kraft begegnen. Der Hinduismus lehrt, dass weltliche Leiden ein Gesetz der Natur sind. In diesem Sinne ist Leiden unvermeidlich. Wenn wir aber innere Stärke besitzen, sind wir in unserem Leiden nicht hilflos und brechen unter Druck nicht zusammen.

In glücklichen wie in leidvollen Zeiten ist die eigene erwählte Gottheit unsere Zuflucht. Es gibt übrigens in Indien besondere Pilgerorte, Teertha genannt, die für ihre spirituellen Schwingungen bekannt sind. Menschen geloben, solche Orte aufzusuchen und ein besonderes Ritual (Puja) auszuführen, wenn sie eine Krise überwunden haben.

Ein weiterer fundamentaler Aspekt unseres Glaubens ist die Wiedergeburt. Sie basiert auf dem Gesetz des Karma: Danach liegt allein bei uns die Verantwortung für unsere Taten, egal ob gute oder schlechte. Wir haben das Recht, wieder aufzuheben, was wir getan haben, oder unser Leben durch gute Taten zu verbessern. So, wie ein kriechender Wurm zu einem Schmetterling werden kann, bestimmt unser Verhalten in diesem Leben unser nächstes Leben - zum Besseren oder zum Schlechteren. Wenn wir Mitgefühl, Akzeptanz und Liebe für unseren Nächsten üben, werden wir unter günstigeren Umständen wiedergeboren werden, um unseren Weg zur Erlösung zu finden. Die Wahl liegt bei uns.


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Protokoll: Rainer Leurs

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