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Panorama

Urteil gegen US-Rapper

Schwedisches Gericht spricht A$AP Rocky schuldig

Ein Gericht in Stockholm hat den nach einer Schlägerei angeklagten US-Rapper A$AP Rocky zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Der Schuldspruch dürfte die diplomatischen Beziehungen zu den USA weiter belasten.

Angela Weiss/ AFP
Mittwoch, 14.08.2019   14:38 Uhr

Seine vorläufige Freilassung vor zwölf Tagen zelebrierte A$AP Rocky standesgemäß - und ließ sich mit einem Privatjet außer Landes fliegen. Nun ist der 30-jährige US-Rapper dennoch von einem schwedischen Gericht verurteilt worden.

Die Staatsanwaltschaft hatte A$AP Rocky ("Praise the Lord") und zwei weitere Männer wegen Körperverletzung angeklagt - und forderte im Prozess sechs Monate Haft für den Musiker. Das Gericht verhängte nun eine Bewährungsstrafe wegen Körperverletzung gegen die Männer. Ihrem Opfer müssen sie insgesamt umgerechnet knapp 1200 Euro Entschädigung zahlen.

Das Trio hatte, wie auf Videobildern zu sehen, am 30. Juni im Zentrum von Stockholm auf einen 19-Jährigen eingeschlagen und eingetreten. Der Rapper, mit bürgerlichem Namen Rakim Mayers, und seine Begleiter hatten angegeben, sie hätten sich bedroht gefühlt und aus Notwehr gehandelt. Sie wurden im Lauf des Prozesses vorläufig aus der Untersuchungshaft entlassen.

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A$AP Rocky vor Gericht: Der Rapper und das Recht

Auf seinem ersten Konzert nach seiner Rückkehr aus Schweden richtete A$AP Rocky einen Appell an seine Fans. "Ihr müsst weiter für mich beten", sagte er auf einem Festival im kalifornischen Anaheim. Er hoffe, nicht zurück hinter Gitter zu müssen.

Soweit kommt es nun nicht. Gegen das Urteil kann innerhalb von drei Wochen noch Berufung eingelegt werden. Der Anwalt des Hip-Hop-Stars, Slobodan Jovicic, sagte, man sei sich noch nicht sicher, ob man das Urteil anfechte. A$AP Rocky sei vom Beschluss des Gerichts jedoch sehr enttäuscht, er habe auf Freispruch gehofft.

Lesen Sie hier die ganze Geschichte: Große Klappe, Trump dahinter

Der Prozess belastete die diplomatischen Beziehungen zwischen den USA und Schweden schwer. Prominente Unterstützer des Musikers riefen zum Boykott schwedischer Produkte auf, Stars wie Kim Kardashian und Popsänger Justin Bieber hatten seine Freilassung gefordert. Selbst US-Präsident Donald Trump bot dem Rapper seine persönliche Unterstützung an - und rief deswegen sogar den schwedischen Ministerpräsidenten Stefan Löfven an.

Der sozialdemokratische Regierungschef ließ ihn jedoch auflaufen. Er hob die Unabhängigkeit der Justiz seines Landes hervor und sagte: "In Schweden sind vor dem Gesetz alle gleich, das gilt auch für Gäste aus anderen Ländern."

Gemäß schwedischer Gesetzgebung darf sich A$AP Rocky nach dem Urteil nun zwei Jahre lang nichts zuschulden kommen lassen. Verstößt er dagegen, kann das Gericht den Schuldspruch aufheben und durch eine höhere Strafe ersetzen.

apr/dpa

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