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Panorama

Schmuggel mit Schmerzmittel Fentanyl

Chinesisches Gericht verurteilt Drogendealer zum Tode

In China ist ein Mann zum Tode verurteilt worden. Dem Mann wird vorgeworfen, mit Fentanyl gehandelt zu haben. Das Schmerzmittel ist für viele Drogentote in den USA verantwortlich.

Xinhua/ imago images

Ein Gericht in China hat einen Mann wegen Handels mit Fentanyl zum Tode verurteilt

Donnerstag, 07.11.2019   15:01 Uhr

Ein Gericht in China hat einen Mann wegen Schmuggels mit dem Schmerzmittel Fentanyl zum Tode verurteilt. Bei guter Führung könne die Strafe binnen zwei Jahren in lebenslänglich umgewandelt werden, wie die "New York Times" und mehrere chinesische Medien berichten.

Demnach seien gegen acht weitere Mitglieder des Drogenhändlerrings Freiheitsstrafen zwischen sechs Monaten und lebenslänglich verhängt worden.

Der anhaltende Schmuggel von Fentanyl aus China in die USA ist einer der Streitpunkte im Handelskrieg zwischen den beiden Ländern. US-Präsident Donald Trump hatte China vorgeworfen, nichts dagegen zu unternehmen. Laut dem offiziellen US-Drogenbericht wird Fentanyl entweder über die Südgrenze zu Mexiko in die USA geschmuggelt oder direkt per Post aus China verschickt.

In den USA ist die Sucht nach Opioiden ein gewaltiges Problem. Allein in den vergangenen fünf Jahren gab es mehr als 200.000 Todesfälle durch Überdosen. Das Schmerzmittel Fentanyl gilt als 30 bis 50 Mal so stark wie Heroin.

US-Präsident Trump verhängt Gesundheitsnotstand

Zuletzt ist die Zahl der Drogentoten durch Überdosis zum ersten Mal seit zwei Jahrzehnten zurückgegangen. Das ging aus Zahlen hervor, die US-Gesundheitsbehörden veröffentlicht hatten. In den USA sterben täglich mehr als 90 Menschen an einer Opioid-Überdosis. 2016 stieg die Anzahl dieser Todesfälle im Vergleich zum Vorjahr um 21 Prozent. An Drogen-Überdosen sterben in dem Land mehr Menschen als durch Schusswaffen oder Verkehrsunfälle. US-Präsident Trump hat deswegen den Gesundheitsnotstand verhängt.

Das Pharmaunternehmen Purdue - und seine Eigner, die Multimilliardärsfamilie Sackler - müssen sich inzwischen vor Gericht für das damalige aggressive Marketing für das Schmerzmittel Oxycontin verantworten. "Acht Mitglieder einer einzelnen Familie trafen Entscheidungen, die den Großteil der Opioidepidemie auslösten", hieß es in der Anklageschrift unter anderem. Ende Oktober erklärten Anwälte der Pharmaindustrie, dass die führenden Unternehmen für ihre Mitverantwortung an der verheerenden Krise in den USA 260 Millionen Dollar an zwei Bezirke in Ohio zahlen werden.

bam/dpa

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