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Panorama

Angebliche Justizpanne

Prozess um Düsseldorfer Rotlichtskandal gestartet

Vor dem Düsseldorfer Landgericht ist der Prozess um die Rotlicht-Größe Thomas M. und acht weitere Angeklagte gestartet. Sie sollen Bordellbesucher systematisch betäubt und ausgeraubt haben. Doch schon vor Beginn kam es offenbar zu einer Justizpanne.

DPA

Bordelle auf der Rethelstrasse: Der Düsseldorfer Rotlichtskandal wird vor dem Landgericht aufgerollt.

Montag, 01.07.2013   17:42 Uhr

Düsseldorf - Es geht um Betrug, schwere Körperverletzung, Vergiftung, räuberische Erpressung und Raub: Der Düsseldorfer Rotlichtskandal wird vor dem Landgericht verhandelt.

Die Staatsanwaltschaft beschuldigt die Rotlicht-Größe Thomas M. und acht weiteren Personen, darunter Gesellschafter, Wirtschafter, Servicekräfte und Prostituierte, reihenweise Bordellbesucher mit K.o.-Tropfen und anderen Mitteln betäubt zu haben. Anschließend sollen sie die Kreditkarten der Freier geplündert haben.

Mit 90 geladenen Zeugen und 93 Verhandlungstagen steht ein Mammutprozess an. Noch vor Verfahrensbeginn soll der Justiz eine Panne unterlaufen sein. Das Düsseldorfer Landgericht habe vergessen, einem der Beschuldigten die 600-seitige Anklageschrift zuzustellen, erklärten mehrere Verteidiger. Der Fehler sei zwar bemerkt und korrigiert worden. Der Anwalt des Betroffenen habe aber nur sehr wenig Zeit für seine Stellungnahme gehabt.

Da seine Bitte um Fristverlängerung vom Gericht ignoriert worden sein soll, stellte der betroffene Verteidiger einen Befangenheitsantrag. Als das Gericht diesen Antrag zurückstellen wollte, hagelte es weitere Anträge aus den Reihen der Verteidiger. Der Prozess musste mehrfach unterbrochen werden. Ein Gerichtssprecher wollte lediglich bestätigen, dass es bei dem Befangenheitsgesuch um die Stellungnahme-Fristen gehe.

Mit ihrer Masche sollen die Angeklagten laut Staatsanwaltschaft in vier Etablissements rund 300.000 Euro erbeutet haben. "Bei meinem Mandanten besteht der Verdacht, dass ihm schon mit dem Begrüßungsgetränk Substanzen verabreicht wurden, durch die er sein Bewusstsein verlor", sagte Nebenklage-Vertreter Sebastian Schales. Er vertritt einen Klienten aus Frankfurt, bei dem rund 5000 Euro abgebucht worden sein sollen.

Nur einem bleibt dieser Prozess erspart: Die Ermittlungen gegen "Rotlicht-König" Bert Wollersheim wurden eingestellt. Das Landgericht geht davon aus, dass erst im April 2014 mit einem Urteil zu rechnen ist.

gam/dpa

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