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Panorama

Strafmaß verkündet

Lebenslänglich für "El Chapo" - und dann noch einmal 30 Jahre extra

Ein Gericht hatte den Boss des Sinaloa-Kartells bereits schuldig gesprochen, nun verkündete ein US-Gericht das Strafmaß. "El Chapo" kommt zeitlebens nicht mehr auf freien Fuß.

Foto: Tomas Bravo/Reuters
Mittwoch, 17.07.2019   16:22 Uhr

Der mexikanische Drogenboss Joaquín Guzmán alias "El Chapo" ist von einem US-Gericht zu lebenslanger Haft und zusätzlich 30 Jahren verurteilt worden. Richter Brian Cogan verkündete das Strafmaß in New York. Eine vorzeitige Entlassung für "El Chapo" ist demnach ausgeschlossen.

Guzmán durfte zuvor noch vor dem Gericht sprechen. Seine Gefangenschaft bezeichnete er als "psychologische, emotionale und mentale Folter". Seine Verteidiger hatten bis zuletzt erfolglos versucht, den Prozess neu aufrollen zu lassen. Die nach Bundesgesetz zulässige Todesstrafe war nach einer Einigung zwischen den USA und Mexiko, bereits ausgeschlossen worden.

Der 62-jährige Drogenboss war bereits am 12. Februar nach einem dreimonatigen Verfahren in New York von einer Jury verurteilt worden. Die Geschworenen befanden ihn in sämtlichen Anklagepunkten für schuldig. Das Sinaloa-Kartell soll unter seiner Führung zwischen 1989 und 2014 fast 155 Tonnen Kokain und große Mengen anderer Drogen in die USA geschmuggelt haben. Guzmán selbst soll Gegner des Kartells in mehreren Fällen gefoltert und getötet haben.

Bislang sitzt "El Chapo" in einer fensterlosen Einzelzelle in einem Gefängnis im Süden Manhattans. In Zukunft könnte der Drogenboss laut Medienberichten im Hochsicherheitsgefängnis ADX Florence im US-Bundesstaat Colorado einsitzen.

Die Haftanstalt, auch unter dem Namen "Alcatraz der Rocky Mountains" bekannt, gilt als sicherstes Gefängnis der USA, seit der Eröffnung im Jahr 1994 gab es keine einzige Flucht. In Mexiko war "El Chapo" zwei Mal aus dem Gefängnis geflohen; einmal durch einen kilometerlangen Tunnel.

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Der Richter forderte Guzmán zudem zur Zahlung von 12,6 Milliarden Dollar auf. Das war laut Staatsanwaltschaft der Betrag, den Guzmán über Jahre mit dem Drogenhandel erwirtschaftet haben soll. Die USA hätten das Recht, alle mit dem Rauschgifthandel in Verbindung stehenden Güter einzuziehen oder entsprechende Geldzahlungen zu verlangen, sagte ein Bundesanwalt.

fek/Reuters/dpa

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