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Panorama

"El Chapo" vor Gericht

Pflichtverteidiger plädiert auf "nicht schuldig"

Der mexikanische Drogenboss "El Chapo" ist im Griff der amerikanischen Justiz. Seine Anklageschrift ist lang - trotzdem will sein Pflichtverteidiger, dass er freigesprochen wird.

AFP/INTERIOR MINISTRY OF MEXICO

"El Chapo" geleitet von DEA-Beamten

Freitag, 20.01.2017   21:57 Uhr

Von diesem Anblick haben US-Behörden jahrelang geträumt: Der mexikanische Drogenboss Joaquín "El Chapo" Guzmán ist nach seiner Auslieferung in die USA vor einem Gericht in New York erschienen. Sein Pflichtverteidiger plädierte auf "nicht schuldig".

Der frühere Chef des Sinaloa-Kartells war am Donnerstag überraschend an die USA überstellt worden. Mexikanische Sicherheitskräfte hatten "El Chapo" zunächst von einem Hochsicherheitsgefängnis zum Flughafen von Ciudad Juárez an der Grenze zu den Vereinigten Staaten gebracht. Dort nahmen ihn Beamte der US-Antidrogenbehörde DEA in Empfang. Schwer bewaffnete Soldaten sicherten die Überstellung. Auf einem Foto war "El Chapo" in khakifarbener Kleidung zu sehen, wie er von Militärs über das Flugfeld geführt wurde.

Die Anklageschrift gegen den 59-Jährigen umfasse 17 Punkte, darunter Drogenschmuggel, Geldwäsche und illegalen Waffengebrauch, sagte Staatsanwalt Robert Capers am Freitag bei einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz. Wenn Guzmán nur in einem der Punkte für schuldig befunden wird, bedeutet das schon eine lebenslange Haftstrafe für ihn. Laut einer Absprache zwischen den Behörden in Mexiko und der USA ist die Todesstrafe jedoch ausgeschlossen.

Aufenthaltsort von "El Chapo" bleibt geheim

Über den aktuellen und zukünftigen Aufenthaltsort von Guzmán wollte Staatsanwalt Capers aus Sicherheitsgründen keine Angaben machen. Es sei aber sichergestellt, dass er nicht erneut ausbrechen könne. "Wir können Ihnen versichern, dass das, was in anderen Ländern passiert ist, hier nicht passieren wird." Wann der Prozess beginnen könnte, der nach Capers' Einschätzung mehrere Wochen dauern wird, war zunächst noch nicht klar.

Die von Guzmán eingelegten Rechtsmittel gegen seine Auslieferung waren zuvor abgelehnt worden. Trotzdem wurde "El Chapo" von seiner Auslieferung offenbar überrascht. Er habe gedacht, er werde in ein anderes Gefängnis in Mexiko verlegt, berichtete die Zeitung "Milenio" unter Berufung auf Sicherheitskreise.

"Es ist offensichtlich, dass diese Entscheidung eine schwere Verletzung der Menschenrechte ist", sagte Guzmáns Anwalt José Refugio Rodríguez im Radiosender Fórmula. "Mit dieser Trophäe für den Präsidenten der USA hat die Regierung ihr Werk vollendet."

Beobachter in Mexiko werteten die Auslieferung einen Tag vor dem Amtsantritt des neuen US-Präsidenten Donald Trump als Zeichen des guten Willens gegenüber der neuen Regierung in Washington. Trump hatte Mexikaner im Wahlkampf als Drogenhändler und Vergewaltiger diffamiert und will eine Grenzmauer gegen die illegale Einwanderung bauen. Die mexikanische Generalstaatsanwaltschaft wies diese Interpretation zurück. "Es gab eine Gerichtsentscheidung und wir mussten ihn sofort überstellen", sagte der zuständige Staatsanwalt Alberto Elías Beltrán.

"El Chapo" galt einst als mächtigster Drogenboss der Welt und war zweimal aus mexikanischen Hochsicherheitsgefängnissen geflohen. 2001 setzte er sich in einem Wäschewagen aus der Haftanstalt Puente Grande ab. Im Februar 2014 wurde er dann in der Küstenstadt Mazatlán im Westen des Landes festgenommen.

Nach nur 17 Monaten in Haft floh er 2015 durch einen 1,5 Kilometer langen Tunnel aus dem Gefängnis Altiplano. Vor gut einem Jahr fassten Marineinfanteristen "El Chapo" in der Stadt Los Mochis im Westen des Landes erneut. Im Mai 2016 stimmte die mexikanische Regierung seiner Auslieferung an die Vereinigten Staaten zu.

kry/AP/Reuters/dpa

insgesamt 3 Beiträge
eks2040 21.01.2017
1. EL Chapo...
Sofern er Realist ist, weiss auch El Chapo, dass Freispruch eine Illusion ist... ihn erwarten lange Jahre in Haft. Mit/Nach Trump ist fuer Drogen-Pusher keine gute Zeit in USA. und Obama ist nicht laenger autorisiert, per Amt [...]
Sofern er Realist ist, weiss auch El Chapo, dass Freispruch eine Illusion ist... ihn erwarten lange Jahre in Haft. Mit/Nach Trump ist fuer Drogen-Pusher keine gute Zeit in USA. und Obama ist nicht laenger autorisiert, per Amt eine Freistellung anzuordnen.
dallmann67 21.01.2017
2. Der Pflichtverteidiger hängt an seinem Leben
Deshalb bleibt ihm nichts anderes übrig als auf "Freispruch" zu "plädieren" Der Arm von El Chapo ist SEHR (!) lang!
Deshalb bleibt ihm nichts anderes übrig als auf "Freispruch" zu "plädieren" Der Arm von El Chapo ist SEHR (!) lang!
ijf 21.01.2017
3. na, ich weiss ja nicht...
Guzman guckt zwar wie das sprichwörtliche verschreckte Kaninchen vor der Schlange, aber... irgendwie kommt mir dieses "Geschenk" doch zweifelhaft vor... erinnert irgendwie an Grimms Märchen von Schneewittchen und an [...]
Guzman guckt zwar wie das sprichwörtliche verschreckte Kaninchen vor der Schlange, aber... irgendwie kommt mir dieses "Geschenk" doch zweifelhaft vor... erinnert irgendwie an Grimms Märchen von Schneewittchen und an die vergifteten Geschenke der Stiefmutter... auch Troja kommt mir in den Sinn, und das dazugehörige Pferd (nur dass es eben guckt wie ein verschrecktes Kaninchen...)

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