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Vermisste Schülerin

Fall Emanuela Orlandi - Vatikan ermittelt offenbar intern

Im Fall der vor 36 Jahren verschwundenen Emanuela Orlandi soll der Vatikan eigene Ermittlungen aufgenommen haben. Zuletzt führte eine Spur zum Grab eines deutschen Kardinals.

DPA

Die 15-jährige Emanuela Orlandi verschwand 1983

Donnerstag, 11.04.2019   10:07 Uhr

Mehr als drei Jahrzehnte nach dem mysteriösen Verschwinden des Mädchens Emanuela Orlandi soll der Vatikan eigene Ermittlungen in dem Fall aufgenommen haben. "Wir erwarten, dass sie ihre Arbeit machen und aufklären, was vor 36 Jahren passiert ist", sagte die Rechtsanwältin der Familie, Laura Sgrò. Der Vatikan habe sie über die Ermittlungen informiert, die bisher aber nicht offiziell bestätigt wurden.

Die damals 15-jährige Emanuela verschwand 1983. Die Tochter eines Vatikan-Hofdieners war nach dem Unterricht in einer Musikschule nicht mehr nach Hause gekommen. Bis heute ist unklar, was mit ihr passierte. Deshalb ranken sich seit Jahrzehnten Gerüchte und Verschwörungstheorien um den Fall.

Unter anderem wurde gemutmaßt, dass das Mädchen von einer Verbrecherorganisation entführt wurde, um Druck auf Vatikanverantwortliche auszuüben, geliehenes Geld zurückzuzahlen. Einer anderen Theorie zufolge wurde Emanuela Orlandi entführt, um eine Freilassung des Türken Mehmet Ali Agca zu erzwingen, der 1981 ein Attentat auf Papst Johannes Paul II. verübt hatte.

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Mafia und Vatikan: Der Fall Emanuela Orlandi

Angehörige hatten zuletzt den Vatikan aufgefordert, ein Grab auf dem deutschen Pilgerfriedhof beim Petersdom zu öffnen. Im vergangenen Sommer habe es einen Hinweis gegeben, demzufolge das Kind auf dem Campo Santo Teutonico innerhalb der Vatikan-Mauern begraben worden sein könnte, hatte Rechtsanwältin Sgrò im März einer Zeitung gesagt.

Im Herbst vergangenen Jahres waren in einem Vatikan-Gebäude Knochen gefunden worden. Schnell wurde von italienischen Medien eine Verbindung zu dem ungelösten Vermisstenfall hergestellt. Untersuchungen ergaben aber, dass diese Knochen viel älter waren.

cop/dpa/AFP

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