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Panorama

43 Jahre alter Kriminalfall

Polizei sucht Mädchenleiche - und findet vergrabenes Auto

Im Mai 1976 verschwand in Bayern ein zwölfjähriges Mädchen. Jetzt sind Ermittler bei der Suche nach der Leiche auf einen verbuddelten VW-Käfer gestoßen, der mit dem Fall zusammenhängen könnte.

DPA

Die Polizei hat auf der Suche nach einer Mädchenleiche die Reste eines Autos gefunden

Dienstag, 09.04.2019   09:45 Uhr

"Wir wissen noch nicht, was uns erwartet", sagte der bayerische Kriminalhauptkommissar Armin Bock am Montagmorgen. Gegen 13.30 Uhr stießen Einsatzkräfte bei Ausgrabungen in der Oberpfälzer Gemeinde Flossenbürg dann auf die Überreste eines Autos, vermutlich eines VW-Käfers. Dabei waren die Beamten eigentlich auf der Suche nach einer Mädchenleiche.

Die Ausgrabungen am Rand eines Waldes nahe der tschechischen Grenze sollten dazu beitragen, einen mehr als 40 Jahre alten Fall zu lösen. Bock und seine Kollegen suchen nach Hinweisen zum Fall Monika Frischholz: Sie war zuletzt am 25. Mai 1976 gegen 15.30 Uhr in ihrem Heimatort Flossenbürg lebend gesehen worden. Sie war damals zwölf Jahre alt.

An dem Auto fanden die Beamten nun Hinweise, "die möglicherweise im Zusammenhang mit dem Ermittlungsverfahren stehen können", heißt es in einer Mitteilung der Polizei. Nähere Angaben wurden mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht gemacht.

"Wir werden nicht aufgeben"

Stück für Stück hatten mehr als 20 Einsatzkräfte am Montag mit Schubkarren, Schaufeln und Händen das Fahrzeug freigelegt. Der Polizei zufolge sind auch Bäume gefällt worden, um das Auto aus der Grube heben zu können. Eine Kombination aus früheren Zeugenaussagen und neuen Hinweise sollen zu den Ausgrabungen geführt haben.

Primäres Ziel sei für alle Beteiligten, das allem Anschein nach getötete Mädchen zu finden, sagte Bock. "Wir werden nicht aufgeben." Die Grabungsarbeiten an der Stelle sollen am Dienstagmorgen um 9 Uhr fortgesetzt werden, teilte die Polizei mit.

Das Bayerische Landeskriminalamt hatte eine Belohnung von 10.000 Euro für Hinweise ausgesetzt, die zur Aufklärung des Falls beitragen könnten. "Zeugen, die sich bis jetzt noch nicht gemeldet haben, werden um sachdienliche Hinweise zur Aufklärung des Mordes unter der Rufnummer 0961/401-291 gebeten", heißt es in der Mitteilung. Jeglicher noch so kleine Hinweis könne für die Ermittler von großer Bedeutung sein.

mmm/aar/dpa

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