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Panorama

Fall Niklas

Zeugin benennt neuen Tatverdächtigen

Im Prozess um den Tod des Schülers Niklas hat eine Zeugin den Hauptangeklagten entlastet. Die junge Frau beschuldigte einen früheren Zeugen der Tat.

DPA

Der Hauptangeklagte Walid S. und sein Anwalt Martin Kretschmer im Landgericht Bonn

Freitag, 24.03.2017   14:15 Uhr

Vor dem Landgericht Bonn muss sich der 21-Jährige Walid S. als Hauptangeklagter im Fall des zu Tode geprügelten Niklas verantworten. Nun hat eine Zeugenaussage in dem Prozess Verwirrung ausgelöst. Überraschend hat eine 19-Jährige den Hauptangeklagten entlastet und einen anderen jungen Mann der Tat beschuldigt.

Ein Bekannter von ihr habe genau gesehen, wie der Streit am Tatabend abgelaufen sei, sagte die junge Frau vor dem Landgericht. "Bei seiner Aussage hat er gelogen, aus Angst vor dem wahren Täter. Er will auf keinen Fall noch mal vor Gericht erscheinen."

Der 26-jährige Bekannte, von dem die junge Frau sprach, war Anfang März selbst als Zeuge befragt worden. Damals hatte er aber ausgesagt, er habe nicht gesehen, wer Niklas geschlagen und gegen den Kopf getreten habe. "Der Täter hat ihm gedroht, ihm eine Kugel zwischen die Augen zu schicken, wenn er ihn beschuldigt", sagte die 19-Jährige über den 26-Jährigen.

Auch der Mann, den die junge Frau für schuldig hält, war in dem Prozess schon Zeuge. Er hatte die Aussage verweigert. Laut Anklage sitzt er zurzeit in Abschiebehaft. Ende März soll er Deutschland verlassen.

Mit ihrer Aussage widerspricht die junge Frau unter anderem einem weiteren Zeugen, der in der Tatnacht unmittelbar miterlebt haben will, wie der Hauptangeklagte erst auf Niklas eingeschlagen und den Schüler dann getreten habe.

Niklas war wenige Tage nach der Attacke im Krankenhaus gestorben. Der Hauptangeklagte bestreitet vehement, am Tatort gewesen zu sein. In der kommenden Woche sollten in dem Prozess eigentlich die Plädoyers gehalten werden. Der Vorsitzende Richter kündigte nun weitere Zeugenvernehmungen an, die die Aussage der 19-Jährigen belegen könnten. Auch der 26-jährige Zeuge soll ein weiteres Mal aussagen.

cnn/dpa

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