Schrift:
Ansicht Home:
Panorama

Vergewaltigungsfall in Freiburg

Polizei kannte Aufenthaltsort von Tatverdächtigem nicht

Gegen einen der Verdächtigen im Freiburger Vergewaltigungsfall lag schon Tage zuvor ein Haftbefehl vor. Die Polizei konnte den Mann aber offenbar nicht finden.

DPA

Mutmaßlicher Tatort im Industriegebiet Nord in Freiburg

Dienstag, 30.10.2018   21:27 Uhr

Nach der mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung einer 18-Jährigen in der Nacht zum 14. Oktober in Freiburg haben Polizei und Staatsanwaltschaft neue Details bekanntgegeben. Demnach lag gegen einen der insgesamt acht Verdächtigen bereits seit dem 10. Oktober ein Haftbefehl wegen einer anderen Tat vor. Dieser habe jedoch erst elf Tage später am 21. Oktober vollzogen werden können.

Anders als bisher angegeben, nannte die Polizei als Grund für die Verzögerung, dass den Ermittlern der Aufenthaltsort des Tatverdächtigen nicht bekannt gewesen sei. Zuvor hieß es noch, ermittlungstaktische Gründe hätten zu der Verzögerung geführt. Wegen welcher Straftat der Haftbefehl vorlag, ließen die Ermittler offen.

Die 18 Jahre alte Studentin soll nach einem Diskobesuch in Freiburg in der Nacht zum 14. Oktober von mehreren Männern vergewaltigt worden sein. Acht Männer sitzen in Untersuchungshaft, sieben Syrer im Alter von 19 bis 29 Jahren und ein 25 Jahre alter Deutscher. Die Polizei prüft, ob es weitere Verdächtige gibt. Eine 13-köpfige "Ermittlungsgruppe Club" arbeitet mit dem Landeskriminalamt in Stuttgart zusammen.

Das Opfer hatte eigenen Angaben zufolge in einer Freiburger Diskothek mit einer Freundin gefeiert und von einem unbekannten Mann ein Getränk erhalten. Gegen Mitternacht habe die Frau den Club mit dem Mann verlassen. Durch eine unbekannte Substanz, die dem Getränk beigemischt wurde, sei sie wehrlos gewesen.

In einem nahen Gebüsch kam es dann nach Darstellung der Frau zu einem sexuellen Übergriff durch einen der mutmaßlichen Täter. Anschließend sollen sich auch seine Begleiter an ihr vergangen haben. Die meisten von ihnen lebten in Flüchtlingsunterkünften in und um Freiburg, hieß es.

fek/dpa

Verwandte Artikel

Artikel

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung
TOP