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Panorama

Mutmaßliche Gruppenvergewaltigung in Freiburg

"Keine Chance, sich zu wehren"

Elf Männer sollen in Freiburg eine 18-Jährige vergewaltigt haben. Zum Prozessauftakt hat die Staatsanwaltschaft den Beschuldigten vorgeworfen, die wehrlose Frau stundenlang erniedrigt zu haben.

THOMAS KIENZLE /AFP

Der Hauptangeklagte vor dem Freiburger Landgericht

Mittwoch, 26.06.2019   14:20 Uhr

Vor dem Freiburger Landgericht hat der Prozess um eine mutmaßliche Gruppenvergewaltigung begonnen. Elf Männer sind beschuldigt, sich im Oktober 2018 an einer 18-Jährigen vergangen zu haben. Sie vergewaltigten die Frau laut Anklage in einem Gebüsch bei einer Diskothek im Freiburger Industriegebiet Nord.

Am ersten Verhandlungstag warf Staatsanwalt Rainer Schmidt den Angeklagten gewalttätiges und erniedrigendes Verhalten vor. Das mutmaßliche Opfer hatte demnach "keine Chance, sich zu wehren". Die Vergewaltigungen hätten zweieinhalb Stunden gedauert.

Laut Schmidt hatte der Hauptangeklagte die Frau nach draußen gelockt, indem er behauptete, ihr ein Tattoo am Oberschenkel zeigen zu wollen. Als das Mädchen sich umdrehte, um zurück zur Disco zu gehen, habe er sie von hinten gepackt, ihren Rock, die Strumpfhose und Unterhose heruntergerissen und sie vergewaltigt.

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Die Frau sei draußen völlig wehrlos gewesen, da sie einen Drink getrunken habe, der möglicherweise K.-o.-Tropfen enthalten habe. Außerdem habe sie eine hoch dosierte Ecstasy-Tablette genommen. Nach der ersten Vergewaltigung ging der Hauptverdächtige laut Anklage zurück in die Disco und berichtete seinen Freunden von der 18-Jährigen. Da draußen liege eine Frau, "die man ficken" könne, soll er laut Staatsanwalt Schmid gesagt haben.

Die Frau habe inzwischen wegen des Ecstasys begonnen zu krampfen. Sie sei stark geschwächt gewesen. Sie habe versucht, sich mit ihren Fingernägeln und kleinen Stöckchen aus dem Gebüsch zu wehren.

jpz/dpa

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