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Panorama

Höxter-Prozess

Wilfried W. soll auf Festnahme vorbereitet gewesen sein

Der Angeklagte im Fall Höxter war nach seiner Festnahme ruhig und kooperativ - das hat ein Polizist vor dem Landgericht Paderborn ausgesagt. Wilfried W. habe ungefragt seine Sicht der Dinge geschildert.

DPA

Angeklagter Wilfried W. (l.) und Verteidiger Carsten Ernst (Archivfoto)

Dienstag, 14.02.2017   17:42 Uhr

Der wegen tödlicher Misshandlungen in Höxter angeklagte Wilfried W. hat sich einem Polizisten zufolge nach der Festnahme als unschuldig dargestellt. Der Verdächtige habe bereits im Auto - ohne gefragt zu werden - seine Sicht der Dinge geschildert, sagte ein 55 Jahre alter Kripobeamter als Zeuge vor dem Landgericht Paderborn.

"Er schien vorbereitet und war ruhig und kooperativ", sagte der Ermittler des Polizeipräsidiums Bielefeld über die Festnahme und die ersten Verhöre des Verdächtigen. Dann aber sei Wilfried W. immer unruhiger geworden. "Bei Nachfragen konnte er keine Antworten liefern und verwickelte sich in Widersprüche." Der Angeklagte sei daraufhin sichtbar nervös geworden, habe mit den Augen geklimpert und seine Hände geknetet.

Über Jahre hinweg sollen W. und seine Ex-Frau Angelika mehrere Frauen in ihr Haus nach Ostwestfalen gelockt und dort schwer misshandelt haben. Zwei Frauen starben infolge der Quälereien. Wilfried W. und Angelika W. sind wegen Mordes durch Unterlassen angeklagt.

Im Dezember hatte Angelika W. ihrem mitangeklagten Ex-Mann schwere Vorwürfe gemacht. Der 46-Jährige habe sie manipuliert, in Todesangst versetzt und zu seinem Werkzeug gemacht, sagte sie.

Sie räumte aber ein, ein Großteil der Misshandlungen gegen andere Frauen sei von ihr ausgegangen. Sie habe damit dem Willen von Wilfried W. entsprechen wollen. Ausdrücklich zu den Gewalttätigkeiten aufgefordert habe er sie dagegen in der Regel nicht. Auch sie war nach eigener Aussage immer wieder Opfer brutaler Übergriffe von Wilfried W. geworden.

Dieser hat bislang zu den Vorwürfen geschwiegen. Er will aber offenbar doch eine Aussage machen. Seine Anwälte kündigten eine Einlassung für den 28. Februar an. Die Verteidiger hatten bislang gesagt, ihr Mandant sehe sich nicht als Verantwortlicher, sondern seine Ex-Frau als alleinige Täterin. In den ersten Vernehmungen bei der Polizei hatte Angelika W. sich auch als solche dargestellt.

ulz/dpa

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