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Panorama

Höxter-Prozess

Schlagen, verbrühen, anketten

Im Prozess gegen das sogenannte Folterpaar von Höxter hat die Angeklagte Angelika W. erstmals den Fotografen ihr Gesicht gezeigt. Sie schilderte, wie sie mit ihrem Ex-Mann Frauen quälte.

DPA

Angeklagte Angelika W. im Höxter-Prozess

Mittwoch, 30.11.2016   17:06 Uhr

Im Mordprozess gegen das sogenannte Folterpaar von Höxter hat die Angeklagte Angelika W. Gräueltaten gegen mehrere Frauen im sogenannten Horrorhaus geschildert. Sie räumte ein, gegen insgesamt fünf Frauen gewalttätig gewesen zu sein.

Vor dem Landgericht Paderborn legte sie eine Liste mit mehr als 70 Arten von Misshandlungen vor, die sie oder ihr mitangeklagter Ex-Mann Wilfried W. den Frauen zugefügt hätten. Die Taten reichten demnach von Schlägen und Beleidigungen über Verbrühungen bis zu stundenlangem Anketten im Schweinestall.

Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden Angeklagten vor, über Jahre hinweg Frauen zu sich nach Höxter-Bosseborn gelockt und brutal misshandelt zu haben. Zwei Frauen aus Niedersachsen starben infolge der Quälereien, mehrere Frauen entkamen.

Angelika W. zeigt ihr Gesicht

Am dritten Prozesstag verbarg Angelika W. erstmals nicht ihr Gesicht hinter einer Aktenmappe, als sie den Gerichtssaal betrat. Sie zeigte sich wie ihr Ex-Mann den Kameras.

Sie beschrieb ein System willkürlicher Strafen, dem sich die Frauen beugen mussten. Beim kleinsten vermeintlichen Fehlverhalten - ein falsches Wort, ein Haar auf dem Küchentisch - sei Wilfried W. ausgerastet, weil er sich missachtet gefühlt habe. Die Frauen hätten schriftlich versichern müssen, sich zu ändern. Wenn sie dennoch weiter "Fehler" machten, bestraften Angelika und Wilfried W. sie demnach gleichermaßen.

Detailliert befragt wurde die Angeklagte über die Zeit, als eine Frau aus Magdeburg Ende 2011 für mehrere Monate freiwillig in Höxter eingezogen war. Dreiviertel der Gewalttaten seien damals von Wilfried W. ausgegangen.

Unter anderem habe er die Frau mit einer Schaufel geschlagen oder ihr drohend ein Messer an die Kehle gesetzt. Sie selbst, sagte Angelika W., habe die Frau unter anderem geschlagen, gewürgt oder im kalten Schweinestall angekettet.

Bevor die Frau nach einigen Monaten nach Magdeburg zurückkehren durfte, habe sie ein Schriftstück unterschreiben müssen, in dem sie versicherte, dass es nie zu Gewalttätigkeiten gekommen sei.

Wilfried W. schweigt bislang zu den Vorwürfen. Über seine Anwälte hatte er im Vorfeld des Prozesses bestritten, Frauen misshandelt zu haben.

sms/dpa

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