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Panorama

Gerüchte über Rindfleisch-Verzehr

Mob in Indien prügelt Mann zu Tode

Sie schlugen ihr Opfer und bewarfen es mit Steinen: In Indien haben mehrere Männer einen 50-jährigen Muslim getötet - weil er Rindfleisch gegessen haben soll.

Mittwoch, 30.09.2015   15:06 Uhr

In Indien haben wütende Menschen einen Mann zu Tode geprügelt, weil sie vermuteten, er habe Rind gegessen. Ein Polizeisprecher sagte, sechs Verdächtige seien festgenommen worden. Man habe zusätzliche Beamte eingesetzt, um weitere Unruhen zu verhindern.

Den Angaben zufolge waren etwa hundert Menschen zum Haus der Familie in ein Dorf unweit der Hauptstadt Neu-Delhi gezogen. Mit Steinen und Tritten hätten sie den Mann und seinen 22-jährigen Sohn attackiert.

Die Polizei habe den schwer verletzten 50-Jährigen ins Krankenhaus gebracht, sagte der Sprecher. Dort starb der Mann, der Sohn überlebte schwer verletzt. Bei der Familie handelt es sich um Muslime.

Kühe sind heilig

Sie sind in Indien in der Minderheit, etwa 80 Prozent der 1,2 Milliarden Inder sind Hindus. Im Hinduismus sind Kühe heilig. In vielen Bundesstaaten ist es verboten, die Tiere zu töten.

Das Gerücht, die Familie habe Rind verspeist, war in dem Dorf aufgekommen, nachdem ein Kalb vermisst wurde. Als in einem Tempel verkündet wurde, die Familie habe das Tier gegessen, sei der Mob losgezogen, sagte der Polizeivertreter.

Die Tochter der Familie sagte dem "Indian Express", sie hätten Schaffleisch im Kühlschrank gehabt. Die Behörden wollen das Fleisch nun untersuchen, berichtete die BBC auf ihrer Webseite.

sms/AFP

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