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Panorama

Verurteilt wegen Raubmordes

Zwei Männer in Japan hingerichtet

Ein 60-Jähriger und ein 67-Jähriger sind in Japan hingerichtet worden. Die beiden Männer wurden wegen Raubmordes gehängt. An der Vollstreckung der Todesurteile gibt es scharfe Kritik.

AFP

Japans Justizminister Takashi Yamashita

Donnerstag, 27.12.2018   11:37 Uhr

In Japan sind zwei zum Tode verurteilte Mörder gehängt worden. Das gab das Justizministerium in Tokio nach der Vollstreckung der Urteile bekannt. Japan gehört zu den wenigen Industrieländern, die an der Todesstrafe festhalten - und steht deshalb in der Kritik.

Die beiden nun in Osaka getöteten Männer im Alter von 60 und 67 Jahren waren wegen Raubmordes an zwei Geschäftsleuten im Jahr 1988 zum Tode verurteilt worden. Sie hatten ihre Opfer entführt, erpresst und danach erwürgt. Anschließend gossen sie die beiden Ermordeten in Beton und begruben sie in den Bergen, hieß es.

"Dies war ein extrem grausiges Verbrechen, das die Gesellschaft erschütterte", sagte Justizminister Takashi Yamashita bei einer Pressekonferenz. Er betonte, Japan werde auch künftig nicht auf die Todesstrafe verzichten.

Zuletzt waren im Juli Mitglieder der Endzeitsekte Aum Shinrikyo hingerichtet worden, die vor 23 Jahren mit einem Giftgasanschlag in Tokios U-Bahn 13 Menschen getötet hatte. Auch Sektengründer Shoko Asahara wurde exekutiert. Seit dem Amtsantritt von Regierungschef Shinzo Abe im Dezember 2012 sind damit inzwischen insgesamt 36 Menschen hingerichtet worden. Allein in diesem Jahr waren es 15 und damit so viele wie seit 2008 nicht mehr.

Menschenrechtsaktivisten prangern seit Jahren den Umgang mit Hinrichtungen sowie die Haftbedingungen in Japan an. Als besonders grausam kritisieren auch ausländische Regierungen, dass den Todeskandidaten der Zeitpunkt ihrer Hinrichtung nicht mitgeteilt wird. Die zum Tode Verurteilten leben oft jahrelang in Einzelhaft. Derzeit sitzen nach Informationen örtlicher Medien 109 Verurteilte in Japans Todeszellen.

Japans Juristenvereinigung hat sich für die Abschaffung der Todesstrafe bis 2020 ausgesprochen. In dem Jahr wird das Land Gastgeber der Olympischen Spiele in Tokio sein.

ulz/dpa

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