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Panorama

Fall Epstein

US-Justizminister kündigt Untersuchung an

Der Tod des Multimillionärs Jeffrey Epstein in Untersuchungshaft wirft Fragen auf. US-Justizminister Bill Barr kritisiert das New Yorker Gefängnis - er sei entsetzt und wütend. Den Opfern des Verdächtigen gibt er ein Versprechen.

Nicholas Kamm/AFP

Justizminister Bill Barr spricht vor dem Kongress (Archivbild vom Mai): "Gravierende Ungereimtheiten" bei der Überwachung Jeffrey Epsteins

Montag, 12.08.2019   20:00 Uhr

Nach dem mutmaßlichen Suizid Jeffrey Epsteins hat US-Justizminister Bill Barr "gravierende Ungereimtheiten" bei der Überwachung des Insassen kritisiert.

Er und sein ganzes Ministerium seien entsetzt und "sehr wütend" gewesen, als sie von den Versäumnissen des Metropolitan Correctional Center in New York erfahren hätten, sagte Barr vor Journalisten. Diese Versäumnisse seien "zutiefst besorgniserregend" und verlangten "eine gründliche Untersuchung".

Gegen Epstein wurde ermittelt, da er zwischen 2002 und 2005 Dutzende teils minderjährige Mädchen in seinen Häusern in New York und Florida sexuell missbraucht und zur Prostitution angestiftet habe. Am vergangenen Samstag war er leblos in seiner Zelle gefunden worden. Nach Angaben des US-Justizministeriums hatte er Suizid begangen.

US ATTORNEY SDNY/HANDOUT/EPA-EFE/REX

Jeffrey Epstein war wegen sexuellen Missbrauchs minderjähriger Mädchen angeklagt

Die "New York Times" berichtete später, das Gefängnis habe die vorgeschriebenen Überwachungsmaßnahmen nicht eingehalten. Eigentlich hätte ein Mitarbeiter jede halbe Stunde nach ihm schauen müssen, berichtete die Zeitung unter Verweis auf eine anonyme Quelle. Zudem habe die Anstalt Epsteins Zellengenossen verlegt. Epstein sei allein in seiner Zelle gewesen. Er war bereits zwei Wochen vorher nach einem mutmaßlichen Suizidversuch bewusstlos in seiner Zelle gefunden worden.

Barr sicherte zu, dass trotz Epsteins Tod die Ermittlungen zu den Vergehen fortgesetzt würden. Mögliche Komplizen des Multimillionärs sollten sich nicht in Sicherheit wiegen, sagte der Minister. "Die Opfer verdienen Gerechtigkeit und werden sie bekommen."

jpz/AFP/dpa

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