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Panorama

"Empire"-Star

Jussie Smollett soll Männer für fingierte Attacke bezahlt haben

Ermittler haben Jussie Smollett festgenommen. Der 36-Jährige soll einen Angriff auf sich vorgetäuscht haben. Chicagos Polizeichef vermutet, der US-Schauspieler habe seine Karriere vorantreiben wollen.

AFP/Chicago Police Department
Donnerstag, 21.02.2019   19:45 Uhr

Die angebliche homophobe und rassistische Attacke auf den US-Schauspieler Jussie Smollett hatte für Empörung gesorgt - nun aber wird der Star aus der TV-Serie "Empire" von Ermittlern beschuldigt, den Angriff lediglich vorgetäuscht zu haben. Der 36-Jährige wurde in Gewahrsam genommen, wie die Polizei in Chicago mitteilte. Ihm wird angelastet, die Ermittler belogen zu haben. Smollett drohen für seine mutmaßliche Falschaussage bis zu drei Jahre Haft.

Smollett soll laut Polizei den Angriff inszeniert haben, weil er sich von seiner angeblichen Opferrolle berufliche Vorteile erhoffte. Der Schauspieler habe "den Schmerz und die Wut über den Rassismus ausgenutzt, um seine Karriere voranzutreiben", sagte Chicagos Polizeichef Eddie Johnson. Demnach soll es Smollett auch um materielle Vorteile gegangen sein: Er sei "unzufrieden mit seinem Gehalt" gewesen.

Zuvor soll er bereits verärgert gewesen sein über einen an ihn adressierten Drohbrief, dem der Sender Fox ihm zufolge nicht genügend Aufmerksamkeit schenkte. Die Polizei vermutet, dass Smollett auch diesen Brief selbst verschickte.

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Angeblicher Angriff: Der Fall Jussie Smollett

Der afroamerikanische und schwule Schauspieler hatte Ende Januar berichtet, er sei nachts in Chicago auf offener Straße von zwei Maskierten rassistisch und schwulenfeindlich beleidigt, geschlagen und mit einer Flüssigkeit überschüttet worden. Außerdem hätten die Angreifer ihm einen Strick um den Hals gelegt und geschrien, Chicago sei "MAGA-Land" - in Anspielung auf den Slogan von US-Präsident Donald Trump, "Make America Great Again" ("Macht Amerika wieder großartig").

Die Polizei leitete daraufhin Ermittlungen wegen eines möglichen Hassverbrechens ein. Den Ermittlern kamen aber Zweifel an der Darstellung des "Empire"-Darstellers, als sie zwei festgenommene Verdächtige befragten. Die Männer, zwei Brüder, wurden wieder freigelassen. Die Ermittler nahmen anschließend den Schauspieler selbst ins Visier.

Polizeichef Johnson sagte nun, Smollett habe den vermeintlichen Angreifern 3500 Dollar (rund 3100 Euro) gezahlt. Einen der beiden soll der Schauspieler von "Empire"-Dreharbeiten gekannt haben. Die Polizei hatte keine Videoaufnahmen von Überwachungskameras in der Umgebung der vermeintlichen Attacke finden können, auch Zeugenaussagen gibt es Ermittlern zufolge nicht.

"Diese Lüge ist so schädlich"

Die Anwälte des Schauspielers kündigten eigene Nachforschungen und eine "aggressive" Verteidigung an. Sie erklärten, für ihren Mandanten gelte wie für jeden anderen Bürger die Unschuldsvermutung - besonders in einem solchen Fall, in dem wiederholt "richtige und falsche Informationen" an die Öffentlichkeit gelangt seien.

"Diese Lüge ist so schädlich", hatte die feministische Autorin Roxane Gay vor einigen Tagen getwittert. Ihr sei unerklärlich, warum Smollett Menschen das Leben erschwere, die tatsächlich Opfer von Hassverbrechen werden. Zuvor hatten sich Prominente wie Ex-Vizepräsident Joe Biden, Schauspielerin Emma Watson und Sänger John Legend hinter Smollett gestellt.

Tatsächlich ist die Zahl von Hassverbrechen in den USA nach Angaben der Bundespolizei FBI im Jahr 2017 um 17 Prozent gestiegen. Opfer waren vor allem Afroamerikaner und Juden. Mehrere US-Zeitungen schrieben nun aber, im Fall Smollett hätten Journalisten und Politiker vorschnell reagiert und die Angaben des Schauspielers unkritisch übernommen.

wit/AFP/dpa

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