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Panorama

Ex-Chef der Münchener Musikhochschule

Siegfried Mauser muss nach BGH-Urteil ins Gefängnis

Schuldig der sexuellen Nötigung, nicht schuldig der Vergewaltigung: Der Bundesgerichtshof hat das Urteil des Landgerichts München gegen den Ex-Präsidenten der Münchener Musikhochschule bestätigt.

DPA

Siegfried Mauser vor dem Münchener Landgericht

Mittwoch, 09.10.2019   12:54 Uhr

Er wurde zu zwei Jahren und neun Monaten Gefängnis verurteilt - nun ist die Entscheidung rechtskräftig: Der Bundesgerichtshof hat das Urteil des Landgerichts München gegen den früheren Chef der Musikhochschule bestätigt. Siegfried Mauser war im Mai 2018 wegen sexueller Nötigung in drei Fällen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren und neun Monaten verurteilt worden.

Er hatte nach Ansicht des Landgerichts in drei Fällen zwischen 2007 und 2013 eine Sängerin sexuell genötigt. Eine weitere Frau hatte ihm eine Vergewaltigung vorgeworfen. Von diesem Vorwurf war Mauser freigesprochen worden.

Die Frau hatte laut Gericht ihren Unwillen nicht deutlich genug gemacht. Zudem galt zum Zeitpunkt der Tat noch das alte Sexualstrafrecht. Damit macht sich inzwischen nicht nur strafbar, wer Sex mit Gewalt oder Gewaltandrohung erzwingt - es reicht, wenn sich der Täter über den "erkennbaren Willen" des Opfers hinwegsetzt. Nach dem Urteil des Landgerichts hatten sowohl die Staatsanwaltschaft, Mauser und sein mutmaßliches Opfer Revision eingelegt.

Mauser gehört zu den bekanntesten deutschen Künstlern der Neuen Musik. Er ist Konzertpianist, Kammermusiker und Liedbegleiter. Er soll die Taten in seiner Zeit als Präsident der Münchener Musikhochschule begangen haben. 2014 wurde er an das Mozarteum in Salzburg berufen.

muk/dpa

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