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Panorama

Nach bundesweiter Kinderporno-Razzia

Fünf Männer unter Missbrauchsverdacht

Bei einer Kinderporno-Razzia durchsuchte die Polizei mehr als hundert Wohnungen in ganz Deutschland - jetzt haben die Ermittler erste Details bekannt gegeben. So sollen einige der Verdächtigen selbst Kinder missbraucht haben.

Mittwoch, 06.08.2014   14:07 Uhr

Frankfurt am Main/Gießen - Nach der bundesweiten Kinderporno-Razzia stehen fünf Männer wegen schweren sexuellen Missbrauchs unter Verdacht. Es gehe um drei Männer aus Berlin im Alter von 37, 46 und 49 Jahren, teilte die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt mit; außerdem um einen 49-Jährigen aus Nordrhein-Westfalen und einen 47-Jährigen aus Niedersachsen.

Die Ermittlungen wegen des Verdachts der Verbreitung, des Erwerbs und des Besitzes von Kinderpornografie richten sich gegen einige Nutzer eines sozialen Netzwerks für Homosexuelle. Bei der Razzia am Dienstag hatten Beamte deutschlandweit 125 Wohnungen von insgesamt 115 Verdächtigen zwischen 21 und 60 Jahren durchsucht.

Die Beschuldigten sollen in dem Forum zwei geschlossene Untergruppen eingerichtet haben, um Gleichgesinnte zu finden. Darin tauschten sie der Ermittlungsbehörde zufolge kinderpornografische Videos und Bilder. Die Männer sollen dort auch von Missbrauchserfahrungen berichtet und Tipps gegeben haben, wie man beispielsweise Kontakt zu Kindern herstelle.

Die Ermittler seien wegen eines anonymen Hinweises auf die Verdächtigen aufmerksam geworden, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Festnahmen habe es bisher nicht gegeben, sagte Oberstaatsanwalt Alexander Badle. 550 Polizisten sicherten bei der bundesweiten Durchsuchung Tausende von Beweisen, darunter 260 Computer, 850 externe Speichermedien wie Festplatten, 150 mobile Geräte wie Tablets und Smartphones und rund 7500 CDs oder DVDs.

rls/dpa

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