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Panorama

Kriminalfall in Lügde

Andreas V. soll weiteres Kind missbraucht haben

Die Staatsanwaltschaft hat die Anklage im Missbrauchsfall von Lügde erweitert - auf nun 298 Einzelfälle. Der Hauptbeschuldigte soll sich auf dem Campingplatz auch an einer Zehnjährigen vergangen haben.

Guido Kirchner/ DPA

Tatort Campingplatz: Andreas V. wird Missbrauch von mindestens 23 Kindern vorgeworfen

Mittwoch, 05.06.2019   13:06 Uhr

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Hauptbeschuldigten im Fall des vielfachen Kindesmissbrauchs in Lügde vor, ein weiteres Mädchen missbraucht zu haben. Wie das Landgericht Detmold mitteilte, haben die Ermittler deshalb ihre Anklage gegen Andreas V. um fünf Fälle auf insgesamt 298 erweitert.

Zusätzlich zu den bereits 22 in der Anklageschrift aufgeführten mutmaßlichen Opfern bestehe der begründete Verdacht, dass der 56-Jährige ein weiteres Kind auf dem Campingplatz missbraucht habe. Das Mädchen soll damals zehn Jahre alt gewesen sein.

Schon bei der Anklageerhebung hatte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft gesagt, die Ermittlungen seien noch nicht abgeschlossen. Stoßen Ermittler in einem Strafverfahren auf weitere mutmaßliche Täter, Opfer oder Taten, können diese noch in den laufenden Prozess einfließen oder zu weiteren Anklagen führen.

Beschuldigt werden außer V. der 34-jährige Mario S. aus Steinheim und der 49-jährige Heiko V. aus Stade in Niedersachsen. Die Staatsanwaltschaft wirft S. insgesamt 162 Fälle des sexuellen und schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern vor. Acht Mädchen und neun Jungen sollen ihm zum Opfer gefallen sein.

Heiko V. ist mitangeklagt, weil er unter anderem in mindestens vier Fällen an Webcam-Übertragungen von Andreas V. teilgenommen haben soll. In einigen Fällen soll er den hauptverdächtigen Dauercamper ausdrücklich zum Missbrauch aufgefordert haben. Beide sollen zudem im Besitz von kinderpornografischen Videos und Bilddateien gewesen sein. Bei allen drei Beschuldigten prüft das Landgericht noch, ob es die Anklagen zur Hauptverhandlung zulässt.

bbr/dpa

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