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Panorama

Missbrauchsfall in Lügde

Hauptangeklagter zeigt Mutter eines Opfers an

Der Hauptangeklagte im Missbrauchsfall Lügde wirft der Mutter eines Opfers Erpressung vor - er habe ihr Schweigegeld gezahlt. Die Frau weist die Anschuldigungen zurück.

Friso Gentsch/DPA

Missbrauchsprozess: Verteidiger Johannes Salmen (l.), Angeklagter Andreas V. (Archiv)

Dienstag, 09.07.2019   18:46 Uhr

Im Missbrauchsfall von Lügde beschuldigt der Hauptangeklagte die Mutter eines Opfers, ihn über Monate erpresst zu haben. Das sagte der Verteidiger von Andreas V., Johannes Salmen. Sein Mandant habe aus der Haft heraus Anzeige gegen die Frau gestellt.

Diese wies über ihren Anwalt die Anschuldigungen zurück. "Meine Mandantin nennt diesen Erpressungsvorwurf eine Lüge", sagte Roman von Alvensleben. Über den Vorgang hatten zuvor der WDR und die "Lippische Landeszeitung" berichtet.

Die Bielefelder Polizei und die Staatsanwaltschaft Detmold bestätigten, es liege eine Strafanzeige eines Angeklagten im Missbrauchsfall Lügde vor. Es seien Ermittlungen wegen Erpressung aufgenommen worden. Zu weiteren Details und Hintergründen wollten sich die Behörden wegen der laufenden Ermittlungen nicht äußern.

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Nach Angaben von Verteidiger Salmen, der sich auf die Schilderungen seines Mandanten bezieht, soll die Frau Andreas V. nach dem Missbrauch ihrer Tochter im vergangenen Sommer zuerst um 500 Euro erpresst haben. Dieses erste Schweigegeld habe der 56-Jährige gezahlt. Dann habe die Mutter 2000 Euro gefordert. Um diese Summe aufzutreiben, habe der Dauercamper aber Zeit gebraucht. Das habe der Mutter zu lange gedauert und sie habe Ende Oktober 2018 Anzeige bei der Polizei gestellt. Daraufhin seien die Ermittlungen im Fall Lügde ins Rollen geraten.

"Für meinen Mandanten und den Prozess hat diese Erpressung keine Bedeutung", sagte Salmen. Die Mutter hatte im Prozess um den hundertfachen sexuellen Missbrauch von Kindern auf dem Campingplatz bei Lügde bereits als Zeugin vor dem Landgericht Detmold ausgesagt. Um die Frage der Glaubwürdigkeit gehe es daher nicht, denn auch die Tochter als Opfer habe seinen Mandanten ja bereits belastet, sagte Salmen. Warum Andreas V. erst jetzt die Anzeige erstattet habe, könne er nicht sagen.

wit/dpa

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