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Panorama

Drogenboss

Mexiko liefert "El Chapo" an USA aus

Mord, Drogenhandel, organisierte Kriminalität und Geldwäsche - die Liste der Vorwürfe der USA gegen den Drogenboss Joaquín "El Chapo" Guzmán ist lang. Nun hat Mexiko ihn den US-Behörden übergeben.

DPA

Joaquín "El Chapo" Guzmán (Archivbild)

Freitag, 20.01.2017   12:02 Uhr

Der Oberste Gerichtshof hatte zuvor noch einen Einspruch des inhaftierten Chefs des Sinaloa-Kartells gegen seine Auslieferung zurückgewiesen: Mexiko hat den Drogenboss Joaquín "El Chapo" Guzmán an die USA ausgeliefert. Der frühere Chef des Sinaloa-Kartells sei den US-Behörden übergeben worden, teilte die mexikanische Regierung mit.

Einer der Anwälte Guzmáns, Andrés Granados, schloss nicht aus, dass er nach einer Prüfung der Ablehnungsgründe den interamerikanischen Menschenrechtsgerichtshof anrufen werde.

Guzmán, der einst als mächtigster Drogenboss der Welt galt, werden in den Vereinigten Staaten Mord, Drogenhandel, organisierte Kriminalität und Geldwäsche vorgeworfen. Ihm droht im schlimmsten Fall die Todesstrafe. Beamte der US-Antidrogenbehörde nahmen Guzmán am Flughafen in Empfang. Dann wurde er nach New York geflogen.

"El Chapo" hatte gedroht, im Falle seiner Auslieferung auszupacken. Sollte er mit den US-Behörden im Gegenzug für Informationen einen Deal machen, könnte es für so manchen Politiker und Beamten in Mexiko ungemütlich werden.

Guzmán saß in einem Hochsicherheitsgefängnis in Ciudad Juárez an der Grenze zu den USA ein. Seine Frau Emma Coronel sagte, die Justizvollzugsbeamten ließen ihren Mann nicht schlafen und isolierten ihn von anderen Gefangenen. Körperlich und psychisch gehe es ihm sehr schlecht.

Er war nach einem Gefängnisausbruch und 13 Jahren auf der Flucht im Februar 2014 gefasst worden. Er wurde ins Hochsicherheitsgefängnis Altiplano nahe Mexiko-Stadt gesperrt - und entkam im Juli 2015 in einer filmreifen Aktion durch einen Tunnel. Im Januar vergangenen Jahres wurde er in seinem Heimat-Bundesstaat Sinaloa erneut festgenommen und inhaftiert.

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Mexiko hatte sich lange gegen die Auslieferung des Drogenbosses an die USA gewehrt. Staatspräsident Enrique Peña Nieto hatte stets erklärt, dass "El Chapo" von einem mexikanischen Gericht verurteilt werden solle. Die erneute Flucht Guzmans 2015, für die dieser auch Helfer in den Reihen der Sicherheitskräfte gehabt haben muss, führte aber offensichtlich zum Sinneswandel.

Das Sinaloa-Kartell gilt als die mächtigste kriminelle Organisation Mexikos und macht Milliardenumsätze. Guzmán soll persönlich für bis zu 3000 Morde verantwortlich sein. Die USA überschwemmte das Kartell mit Heroin und Kokain. Die Chicago Crime Commission erklärte Guzmán zum Staatsfeind Nummer 1. Diese Bezeichnung war zuvor nur für den US-Gangster Al Capone vergeben worden.

Schon lange gibt es Gerüchte, dass die Regierung dem Sinaloa-Kartell bei seinen kriminellen Geschäften weitgehend freie Hand ließ. Die Idee dahinter war demnach, dass eine dominante Rolle des Verbrechersyndikats von "El Chapo" in der mexikanischen Unterwelt für Ruhe sorgen würde.

max/dpa/AFP/AP

insgesamt 3 Beiträge
freedom0x 20.01.2017
1. Müssen die USA
denn immer und überall ihre Finger im spiel haben ? Erbärmlich das México es nicht selber in den Griff bekommt..
denn immer und überall ihre Finger im spiel haben ? Erbärmlich das México es nicht selber in den Griff bekommt..
birka12 20.01.2017
2. Ein Tag der Freude
Möge er für immer in einem verschlossenen Bunker seine Tage beenden. Da kann er dann über den Nutzen seiner Laufbahn nachdenken.
Möge er für immer in einem verschlossenen Bunker seine Tage beenden. Da kann er dann über den Nutzen seiner Laufbahn nachdenken.
Akonda 20.01.2017
3. freedom0x heute, 01:32 Uhr 1. Müssen die USA denn immer und überall ihre Finger im spiel haben ? Erbärmlich das México es nicht selber in den Griff bekommt..
Sie liefern doch die Antwort selbst - nein, Mexico bekommt es nicht selbst in den Griff!
Sie liefern doch die Antwort selbst - nein, Mexico bekommt es nicht selbst in den Griff!

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