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Panorama

Prozessauftakt

Angeklagte im Lügder Missbrauchsfall legen Geständnisse ab

Es geht um hundertfachen Missbrauch von Dutzenden Minderjährigen: Im Prozess um den Missbrauchsfall von Lügde haben die Angeklagten die Taten weitestgehend gestanden.

Bernd Thissen/AFP

Die Angeklagten Mario S. (l.) and Andreas V. vor dem Landgericht Detmold

Donnerstag, 27.06.2019   13:20 Uhr

Vor dem Landgericht Detmold haben im Prozess um den Missbrauchsfall von Lügde die beiden Hauptangeklagten Andreas V. und Mario S. die Taten weitestgehend eingeräumt. Auch der dritte Angeklagte Heiko V. hat gestanden. Ihnen wir der hundertfachen Missbrauch von Dutzenden Minderjährigen auf einem Campingplatz an der Grenze von Nordrhein-Westfalen zu Niedersachsen.

Die Taten seien "zweifelsohne abscheulich", sagte die Vorsitzende Richterin Anke Grudda. "Die Anschuldigungen lassen niemanden unberührt." Erschreckend sei die hohe Zahl mutmaßlicher Opfer sowie der lange Zeitraum der Vorwürfe von mehr als 20 Jahren (lesen Sie mehr darüber). Es gelte jedoch die Unschuldsvermutung, das Gericht werde unvoreingenommen und unparteiisch arbeiten.

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Schon kurz nach dem Beginn des Prozesstags schloss die Richterin die Öffentlichkeit von der Verlesung der Anklageschriften aus. Richterin Grudda betonte, schutzwürdige Interessen der Opfer würden sonst verletzt. Deren Namen seien in den Anklagen genannt. Ebenso würden die vorgeworfenen Missbrauchstaten im Detail aufgeführt. Der Ausschluss gelte nur für die Anklageverlesung, danach müsse für jeden Prozessabschnitt neu beraten werden, ob im Interesse der Opfer die Öffentlichkeit ausgeschlossen werde oder nicht. Die Anwälte der Nebenkläger hatten den Ausschluss der Öffentlichkeit beantragt. 19 Juristen vertreten 30 mutmaßliche Opfer.

Bei den Ermittlungen waren mehr als 40 Kinder identifiziert worden, die womöglich missbraucht worden waren. Eingang in die Anklage fanden laut Gericht 34 mutmaßliche Opfer.

Laut Anklage haben beide Männer manche Gewalttaten gefilmt. Einige der Kinder sollen von Andreas V. und Mario S. missbraucht worden sein. Alle Opfer waren minderjährig, die jüngsten sollen vier Jahre alt gewesen sein.

mxw/jpz/dpa/AFP

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