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Panorama

Hund mit Gendefekt

Besitzer von totem Mops erstreiten 2000 Euro

Mops "Ronja" starb nach jahrelanger Krankheit an den Folgen eines Gendefekts. Daran ist die Züchterin schuld, sagen die Besitzer. Der Streit vor Gericht hat nun ein Ende gefunden.

DPA

Kläger Jürgen Pflaum (links) mit Unterstützern vor dem Gericht in München

Montag, 18.12.2017   14:48 Uhr

Im Prozess um die nach schwerer Krankheit gestorbene Mopsdame "Ronja" haben sich die Käufer des Hundes mit dessen Züchterin geeinigt. Nach einem Vorschlag des Oberlandesgerichts München akzeptierte das Ehepaar in der Berufungsverhandlung eine Zahlung von 2000 Euro (Aktenzeichen 33 O 109/15).

Die Besitzer Jürgen und Marlies Pflaum aus dem fränkischen Ostheim vor der Rhön hatten "Ronja" im Sommer 2012 von der Züchterin aus der Nähe von Ingolstadt gekauft. Damals war noch keine Krankheit erkennbar.

Ab ihrem zweiten Lebensjahr bekam die Hündin jedoch epileptische Anfälle. Sie wurden ausgelöst durch Pug Dog Encephalitis (PDE), einer unter Mopszüchtern gefürchteten Erkrankung des zentralen Nervensystems, bei der durch Entzündungen der Hirnhäute Nervengewebe abstirbt. Die Hündin war auf einem Auge blind und lief schlecht.

Das Tier starb schließlich nach jahrelanger Krankheit im November 2017. Nach Angaben des Besitzers waren bis dahin rund 22.000 Euro an Tierarzt- und Medikamentenkosten angefallen. Die Kläger hatten versucht, eine Teilerstattung des Kaufpreises und eine Erstattung der tierärztlichen Behandlungskosten zu erstreiten.

Die Käufer sind der Überzeugung, dass "Ronjas" Erkrankung auf züchterisches Fehlverhalten zurückgeht. So sei ihre Mutter viel zu früh und zu häufig gedeckt worden. Zudem habe die Züchterin versäumt, die Elterntiere auf PDE testen zu lassen. Das Landgericht Ingolstadt hatte den Klägern die Hälfte des Kaufpreises von 1400 Euro zugestanden, wogegen beide Seiten Berufung einlegten. Vor dem Oberlandesgericht einigten sie sich nun.

jpz/dpa

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