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Panorama

Prozess in München

Frau scheitert mit Klage gegen Kuhglocken

Ein Streit über Kuhglocken beschäftigt die Justiz in Bayern seit Jahren: Weil sie den Lärm auf dem Nachbargrundstück für unerträglich hält, klagte eine Frau - und kassierte nun eine Niederlage vor Gericht.

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Kühe mit Glocken in Bayern (Archiv)

Donnerstag, 24.01.2019   12:08 Uhr

Vorerst dürfen auf einer Weide im oberbayerischen Holzkirchen die Kuhglocken weiter bimmeln. Das Landgericht München II hat die Klage einer Nachbarin abgewiesen, die mit ihrem Mann am Ortsrand lebt - und sich von den Kühen, dem Geläute, aber auch von Gerüchen und Fliegen gestört fühlt.

Der Streit mit der Bäuerin läuft schon seit Jahren. Nach dem Ehemann, dem das Anwesen gehört, klagte nun seine Frau. Ihr stehe kein Anspruch zu, begründete die Kammer nun die Abweisung der Klage. Sie sei nicht Eigentümerin des Grundstücks.

Zudem äußerte das Gericht Bedenken, ob die von der Frau vorgebrachte Belästigung wesentlich sei. Auch an der von ihr vorgebrachten "Ortsunüblichkeit" der Weidenutzung hatten die Richter Zweifel. Es sei um fünf Kühe mit vier Glocken über sechs Wochen und acht Kühe mit sechs Glocken über viereinhalb Wochen gegangen, listete das Gericht auf.

Der Streit geht weiter

Die Klägerin hatte darüber akribisch Buch geführt - und argumentiert: Die Glocken bimmelten auch nachts, sie könne nicht schlafen. Sie hatte nicht nur gegen die Bäuerin geklagt, die einen Familienbetrieb mit etwa drei Dutzend Kühen führt, sondern auch gegen die Gemeinde, die das etwa einen Hektar große Weidegrundstück verpachtet hat.

Zuvor war schon der Ehemann mit seinem Kampf gegen die Kuhglocken vor dem Landgericht München II gescheitert - nicht zuletzt wegen eines Vergleichs, den er früher mit der Bäuerin geschlossen hatte. Auf diesen Vergleich verwies das Gericht nun erneut. Demnach sollten Kühe mit Glocken nur im mindestens 20 Meter entfernten Teil der Weide grasen.

Dem Ehepaar zufolge brachte das aber nicht genug Entlastung. Der Streit geht weiter: Der Ehemann wartet auf die zweite Instanz vor dem Oberlandesgericht (OLG) München. Ob auch die Frau vor das OLG zieht, ist noch offen.

wit/dpa

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