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Panorama

Untreue-Prozess in Bayern

Hauptangeklagte in "Sparkassen-Affäre" zu Freiheitsstrafen verurteilt

In der Miesbacher "Sparkassen-Affäre" sollen die Chefs einer Bank am Tegernsee im großen Stil Gelder veruntreut haben. Nun hat ein Gericht die beiden Hauptangeklagten zu Freiheitsstrafen verurteilt.

DPA

Der Angeklagte Jakob Kreidl (2.v.l.) vor der Urteilsverkündung im Prozess um die Miesbacher Sparkassenaffäre

Montag, 08.04.2019   16:44 Uhr

Die beiden Hauptverantwortlichen in der Miesbacher "Sparkassen-Affäre" müssen für mehrere Monate ins Gefängnis. Wie das Oberlandesgericht München mitteilte, soll der damalige Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Miesbach-Tegernsee, Georg Bromme, wegen Untreue in 20 Fällen für 18 Monate in Haft.

Der frühere Vorsitzende des Verwaltungsrats der Sparkasse, Landrat Jakob Kreidl (CSU), wurde wegen Untreue in sieben Fällen zu elf Monaten Freiheitsstrafe verurteilt. Einen weiteren Angeklagten wurde verwarnt.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Männer mehrere Reisen des Bank-Verwaltungsrats des Geldhauses und eine Informationsfahrt für Bürgermeister finanziert hatten. Sie hätten keinen unmittelbaren Bezug zur Geschäftstätigkeit der Kreissparkasse aufgewiesen (mehr über den Fall erfahren Sie hier)

Laut Anklage hatte es Klüngeleien zwischen der Sparkasse und dem Landkreis gegeben. So soll Kreidl seine Feier zum 60. Geburtstag für mehr als 66.000 Euro auf Kosten der Sparkasse ausgerichtet haben. Später übernahm der Landkreis einen Teil der Kosten.

Vom Vorwurf der Vorteilsgewährung beziehungsweise Vorteilsannahme wurden Kreidl und Bromme jedoch freigesprochen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

fek

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