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Panorama

Norwegische Kronprinzessin

Mette-Marit bereut Treffen mit Jeffrey Epstein

Auch die norwegische Kronprinzessin Mette-Marit hat sich mit dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein getroffen. Und scheint sich dafür zu schämen.

Silas Stein/dpa

Mette Marit

Montag, 02.12.2019   19:16 Uhr

Die norwegische Kronprinzessin Mette-Marit bedauert, den wegen Sexualdelikten verurteilten, inzwischen verstorbenen Unternehmer Jeffrey Epstein getroffen zu haben.

Wie die norwegische Zeitung "Dagens Næringsliv" berichtet, soll sie den Unternehmer 2011 und 2013 mehrfach in den USA und in Oslo getroffen haben - nachdem dieser bereits entsprechende Vergehen gestanden hatte und verurteilt worden war.

Mette-Marit entschuldigte sich auf Nachfrage für ihr Verhalten: "Ich hätte seine Vergangenheit genauer untersuchen müssen, und es tut mir leid, dass ich das nicht getan habe", teilte sie der Zeitung mit. "Ich hätte niemals etwas mit Epstein zu tun gehabt, wenn mir die Schwere seiner Verbrechen bewusst gewesen wäre", so die 46-Jährige weiter.

Sie bekundete ihre Solidarität mit den Opfern Epsteins: "Wir alle haben die Pflicht, sexuelle Übergriffe zu bekämpfen und die Opfer zu unterstützen", heißt es in ihrer Mitteilung.

Epstein war 2008 zu einer 13-monatigen Haftstrafe verurteilt worden, nachdem er zugegeben hatte, eine Minderjährige für sexuelle Dienstleistungen bezahlt zu haben. Zuletzt wurde er 2019 beschuldigt, Dutzende Minderjährige missbraucht und zur Prostitution gezwungen zu haben. In Erwartung des Prozessauftakts nahm er sich in einem New Yorker Gefängnis Anfang August das Leben.

Zufällig im Urlaub auf Epstein gestoßen

Der norwegische Königspalast bestätigte die Treffen. Mette-Marit habe Epstein einmal in dessen Wohnung und einmal in Oslo getroffen. Es seien stets weitere Gäste anwesend gewesen. Ob Epsteins Wohnsitz in New York, Florida oder Paris gemeint ist, geht aus der Stellungnahme nicht hervor.

2012 sei Mette-Marit in Begleitung ihres Ehemanns zufällig während eines Urlaubs in St. Barth auf Epstein gestoßen. "Kronprinz Haakon hat Epstein damals zum ersten und einzigen Mal getroffen", sagte eine Sprecherin des Palastes. Im Jahr 2013 habe die Prinzessin jeden Kontakt mit Epstein abgebrochen, auch weil sie das Gefühl gehabt habe, er missbrauche ihre Bekanntschaft zu seinem persönlichen Vorteil.

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Die Freundschaft mit dem Multimillionär und mögliche Verwicklungen in den Missbrauchsskandal haben auch den britischen Prinzen Andrew in Bedrängnis gebracht. Nach einem BBC-Interview, in dem Andrew mehr Fragen aufwarf als beantwortete, trat der Bruder von Thronfolger Charles vorerst von allen offiziellen Aufgaben für die britische Königsfamilie zurück.

Die BBC strahlt am Montagabend ein Interview mit einem Opfer aus dem Missbrauchsskandal um den verstorbenen US-Geschäftsmann Jeffrey Epstein aus. Die US-Amerikanerin Virginia Giuffre erhebt darin der britischen Rundfunkanstalt zufolge erneut schwere Vorwürfe gegen den zweitältesten Sohn der Queen, Prinz Andrew, 59.

Ein Foto, das Andrew mit der damals 17 Jahre alten Virginia Giuffre zeigt, will der Prinz nicht wiedererkennen. Behauptungen, das Foto könnte manipuliert sein, bezeichnete Giuffre laut einer Vorabmitteilung der BBC als "lächerlich". "Es gibt nur einen von uns, der die Wahrheit sagt, und ich weiß: Das bin ich." Sie flehe die Briten an, ihr zu glauben. "Dies ist keine schmutzige Sexgeschichte", sagte Giuffre: "Dies ist eine Geschichte über Missbrauch."

Giuffre gibt an, sie sei als 17-Jährige in den Jahren 2001 und 2002 drei Mal zum Sex mit dem Prinzen gezwungen worden. Andrew bestreitet die Vorwürfe. Das Interview ist Teil einer einstündigen Sendung des Reportageformats "Panorama" und wird um 22 Uhr (MEZ) auf BBC One gezeigt.

ala/apr/dpa

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