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Panorama

NSU-Prozess

Zschäpe-Verteidiger beantragen neues psychiatrisches Gutachten

Ein neues Gutachten soll her: Das fordern im NSU-Prozess die Pflichtverteidiger der mutmaßlichen Rechtsterroristin Beate Zschäpe. Zuvor hatte ein Psychiater die Expertise eines Kollegen scharf kritisiert.

AFP

Beate Zschäpe

Mittwoch, 17.05.2017   12:54 Uhr

Im Münchner NSU-Prozess gegen Beate Zschäpe haben drei Pflichtverteidiger der mutmaßliche Rechtsterroristin ein neues psychiatrisches Gutachten über ihre Mandantin gefordert. Sie reagierten damit auf die Methodenkritik des Bochumer Psychiaters Pedro Faustmann an dem vom Gericht bestellten Zschäpe-Gutachten seines Kollegen Henning Saß.

Rechtsanwältin Anja Sturm verwies in dem von ihr und den Anwälten Wolfgang Heer und Wolfgang Stahl gestellten Antrag auf die Kritik Faustmanns an dem Gutachten. Faustmann hatte dem Gutachten zahlreiche fachliche Mängel bescheinigt. Der Experte hatte nicht die psychische Verfassung der Hauptangeklagten untersucht, sondern sich allein mit der Qualität des Saß-Gutachtens beschäftigt.

Zschäpe hatte fast 14 Jahre mit den NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos im Untergrund gelebt. Während dieser Zeit sollen Mundlos und Böhnhardt zehn Menschen ermordet haben, meist aus fremdenfeindlichen Motiven. Zschäpe ist als drittes Mitglied des "Nationalsozialistischen Untergrunds" in allen Fällen wegen Mittäterschaft angeklagt.

Zschäpes Mutter erlaubt Verlesung ihrer Aussage

Die Mutter Zschäpes hat inzwischen die Verlesung einer Aussage im NSU-Prozess erlaubt, die sie 2011 kurz nach der Festnahme ihrer Tochter beim Bundeskriminalamt (BKA) gemacht hatte. Der Vorsitzende Richter Manfred Götzl verlas ein Schreiben der Mutter, in dem sie ihr Einverständnis erklärt. Gleichzeitig bat sie aber, nicht persönlich vor dem Oberlandesgericht München vernommen zu werden.

Zschäpes Mutter war Ende November 2013 als Zeugin im NSU-Prozess aufgetreten. Dabei machte sie aber keine Angaben und berief sich auf ihr Zeugnisverweigerungsrecht. Mit derselben Begründung untersagte sie bisher auch die Verlesung der Vernehmung beim BKA.

Das Verhalten von Zschäpes Mutter als Zeugin war im NSU-Prozess zuletzt wieder zum Thema geworden, weil sich der Freiburger Psychiater Joachim Bauer in seinem Gutachten auf deren Vernehmung bezieht.

brt/dpa

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