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Panorama

Zschäpes Cousin im NSU-Prozess

"Wir waren schon rechts gerichtet"

"Gegen den Staat, gegen Ausländer, gegen Linke, gegen alles." Im NSU-Prozess hat der Cousin der Angeklagten Beate Zschäpe von der gemeinsamen Jugend in Jena berichtet. Dem 39-Jährigen zufolge brach der Kontakt zwischen ihm und dem Trio jedoch ab, offenbar weil Kritik an seinem Lebenswandel aufkam.

DPA

Der Cousin der Angeklagten Zschäpe (M.): "Gegen alles"

Mittwoch, 27.11.2013   12:36 Uhr

München - Im NSU-Prozess hat am Mittwoch der Cousin von Beate Zschäpe über die gemeinsame Jugend in Jena berichtet. "Wir waren schon rechts gerichtet", sagte der 39-Jährige. "Gegen den Staat, gegen Ausländer, gegen Linke, gegen alles."

Auch mit Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt hatte er demnach Kontakt. Doch Mundlos sei mit seiner Lebenseinstellung nicht einverstanden gewesen, sagte der Cousin vor dem Oberlandesgericht München. "Ich habe getrunken und Party gemacht - er hat mich als Asi bezeichnet." Irgendwann sei der Kontakt zu den dreien abgebrochen.

Mundlos habe keinen Alkohol mehr getrunken und sich in politische Aktionen "reingesteigert", erzählte Zschäpes Cousin weiter. Einmal habe Mundlos in der Stadt einer "Zigeunerin" ein Stück Kuchen an den Kopf geworfen. Mit Zschäpe hingegen habe er, der Zeuge, sich nie über Politik unterhalten.

Beate Zschäpe ist die einzige Überlebende der mutmaßlichen Terrorgruppe. Mundlos und Böhnhardt hatten sich getötet, offenbar um einer Festnahme zu entgehen. Zschäpe ist als Mittäterin an sämtlichen Attentaten angeklagt, darunter zehn Morde. Das Gericht versucht derzeit, die Persönlichkeiten des Trios zu beleuchten. Am Nachmittag wird Zschäpes Mutter als Zeugin aussagen.

gam/dpa

insgesamt 7 Beiträge
Msc 27.11.2013
1.
Eine sehr geschickte Aussage: Er hat sowieso nichts damit zu tun und über die Motivation der einzigen Überlebenden kann er nichts sagen; stellt sie vermutlich sogar nur als Mitläuferin dar. Diese Leute sind intelligenter als [...]
Eine sehr geschickte Aussage: Er hat sowieso nichts damit zu tun und über die Motivation der einzigen Überlebenden kann er nichts sagen; stellt sie vermutlich sogar nur als Mitläuferin dar. Diese Leute sind intelligenter als man denkt.
tyskie 27.11.2013
2.
Was soll denn das ewige Theater? Das Urteil steht doch schon seit Monaten fest. Wofür muss man denn nun noch jede Minute im Leben der NSU-Mitglieder beleuchten? Tut das was zur Wahrheits- oder Urteilsfindung?
Was soll denn das ewige Theater? Das Urteil steht doch schon seit Monaten fest. Wofür muss man denn nun noch jede Minute im Leben der NSU-Mitglieder beleuchten? Tut das was zur Wahrheits- oder Urteilsfindung?
Vollklappspaten 27.11.2013
3. ohne
Das hätten Sie wohl gern. Dann kann man hinterher schön das Verfahren in den Dreck ziehen und behaupten, es wäre nicht fair gewesen. Es geht darum herauszufinden in wie weit Frau Zschäpe eine Mitverantwortung trifft und [...]
Zitat von tyskieWas soll denn das ewige Theater? Das Urteil steht doch schon seit Monaten fest. Wofür muss man denn nun noch jede Minute im Leben der NSU-Mitglieder beleuchten? Tut das was zur Wahrheits- oder Urteilsfindung?
Das hätten Sie wohl gern. Dann kann man hinterher schön das Verfahren in den Dreck ziehen und behaupten, es wäre nicht fair gewesen. Es geht darum herauszufinden in wie weit Frau Zschäpe eine Mitverantwortung trifft und darum ist es halt nötig ALLE Aspekte des Zusammenlebens der drei genau zu beleuchten. Wir wollen doch nicht das sich dieses wichtige Verfahren im nachhinein als anfechtbar erweist, oder?
bio1 27.11.2013
4. Doppelgänger
Leider fragte offenbar niemand, welchen Beruf sein Vater hat. In Jena mietete Zschäpe eine Garage an, in der 1998 die Polizei eine "Bombenwerkstatt" fand. Ihr damaliger Vermieter hieß Klaus Apel. Er, ein Thüringer [...]
Zitat von sysopDPA"Gegen den Staat, gegen Ausländer, gegen Linke, gegen alles." Im NSU-Prozess hat der Cousin der Angeklagten Beate Zschäpe von der gemeinsamen Jugend in Jena berichtet. Dem 39-Jährigen zufolge brach der Kontakt zwischen ihm und dem Trio jedoch ab, offenbar weil Kritik an seinem Lebenswandel aufkam. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/nsu-prozess-zschaepes-cousin-berichtet-ueber-jugend-in-jena-a-935924.html
Leider fragte offenbar niemand, welchen Beruf sein Vater hat. In Jena mietete Zschäpe eine Garage an, in der 1998 die Polizei eine "Bombenwerkstatt" fand. Ihr damaliger Vermieter hieß Klaus Apel. Er, ein Thüringer Polizist, hat einen Sohn namens Stefan Apel. NSU-Zufälle: Zschäpe und ihr Cousin haben Doppelgänger! | (http://friedensblick.de/8685/nsu-zufaelle-zschaepe-und-ihr-cousin-haben-doppelgaenger)
monocultur 27.11.2013
5. Letztendlich...
...sind sie alle Feiglinge. Man ist halt mal dabei, aber mit Mord hat man nichts zu tun. Eigentlich müßte die Intelligenz, die zu so einer Aussage reicht, auch dazu genügen, menschenverachtende Tendenzen zu erkennen und [...]
Zitat von sysopDPA"Gegen den Staat, gegen Ausländer, gegen Linke, gegen alles." Im NSU-Prozess hat der Cousin der Angeklagten Beate Zschäpe von der gemeinsamen Jugend in Jena berichtet. Dem 39-Jährigen zufolge brach der Kontakt zwischen ihm und dem Trio jedoch ab, offenbar weil Kritik an seinem Lebenswandel aufkam. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/nsu-prozess-zschaepes-cousin-berichtet-ueber-jugend-in-jena-a-935924.html
...sind sie alle Feiglinge. Man ist halt mal dabei, aber mit Mord hat man nichts zu tun. Eigentlich müßte die Intelligenz, die zu so einer Aussage reicht, auch dazu genügen, menschenverachtende Tendenzen zu erkennen und sich direkt von allem entweder fernzuhalten oder einen festen Standpunkt zu beziehen. "Das habe ich nicht so gemeint" kann man nämlich gut mit "wie hast du es denn gemeint" kontern... Mal drüber nachdenken, bevor man sich zu einer rückgratlosen Qualle entwickelt...

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