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Panorama

Rio de Janeiro

Polizei erschießt mutmaßliche Drogendealer

In Rio de Janeiro tobt ein Bandenkrieg. Jetzt hat die brasilianische Polizei bei einer Razzia in den Slums der Millionenstadt mindestens zehn mutmaßliche Drogendealer erschossen.

AP

Polizeitruppe in Rio de Janeiro: Viele Tote bei Kampf gegen Drogenclans

Mittwoch, 24.11.2010   18:57 Uhr

Rio de Janeiro - Trotz massiver Polizeipräsenz hatten Kriminelle seit Sonntag wiederholt große Ausfallstraßen der Sechs-Millionen-Einwohner-Stadt Rio de Janeiro blockiert und im Stau stehende Fahrzeuge beschossen. Hinter den Angriffen stehen nach Einschätzung der Behörden Gruppen wie "Comando Vermelho" (Kommando Rot) und "Amigos de los Amigos" (Freunde der Freunde).

In der Nacht zum Mittwoch zündeten dann mutmaßliche Mitglieder von Drogenbanden mindestens 18 Fahrzeuge an, darunter fünf Busse, und schossen auf eine Polizeistation.

Bei anschließenden Großrazzien in den umliegenden Favelas ereignete sich am frühen Mittwochmorgen der tödliche Schusswechsel, dem laut Polizeiangaben zehn mutmaßliche Bandenmitglieder zum Opfer fielen. Hunderte Beamte waren im Einsatz, ein Verdächtiger wurde festgenommen.

Bereits am Montag hatte die Polizei eine Offensive gegen die Drogenclans in den Elendsvierteln der brasilianischen Metropole gestartet, um die immer aggressiveren Überfälle auf Fahrzeuge und Polizeistationen einzudämmen. Diese dienten vor allem der Einschüchterung der mehr als zwei Millionen Menschen, die in den Favelas lebten, hatte der Gouverneur des Bundesstaats Rio de Janeiro, Sergio Cabral, gesagt. Die Behörden seien aber entschlossen, den Frieden in den Vierteln wieder herzustellen.

kng/AFP/dpa

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