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Panorama

Schweden

Gestohlene Kronjuwelen möglicherweise in Mülltonne gefunden

Im Sommer verschwanden Hunderte Jahre alte Kronjuwelen aus einer schwedischen Kathedrale. Nun sind offenbar Teile der Millionenbeute wieder aufgetaucht - angeblich in einer Mülltonne.

Polisen
Dienstag, 05.02.2019   12:38 Uhr

Die Ermittler sind optimistisch: Nach dem Diebstahl mehrerer historischer Kronjuwelen aus einer Kathedrale in Schweden sind Teile der Beute vermutlich wieder aufgetaucht. Die Polizei teilte mit, alles deute darauf hin, dass man das Diebesgut gefunden habe. Man arbeite daran, dies zu 100 Prozent bestätigen zu können.

Staatsanwältin Reeva Devgun sagte dem Sender SVT, man habe bestimmte Gegenstände gefunden. Es sei jedoch noch unklar, ob es sich tatsächlich um die Kronjuwelen handele. Devgun reagierte mit ihren Aussagen auf einen Bericht der Zeitung "Aftonbladet". Das Blatt hatte am Morgen unter Verweis auf nicht näher genannte Quellen berichtet, die Kronjuwelen oder Teile von ihnen seien in einer Mülltonne im Raum Stockholm entdeckt worden.

Der Prozess gegen einen jungen Schweden, der sich wegen des Diebstahls vor dem Bezirksgericht in Eskilstuna verantworten muss, sollte am Dienstag laut Devgun wegen der Meldungen unterbrochen werden. Die Verteidigung stimmte dem zu.

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Schweden: Der Diebstahl von Strängnäs

Der 22 Jahre alte Angeklagte war im September 2018 von der Polizei festgenommen worden. Ihm wird vorgeworfen, Ende Juli gemeinsam mit einem anderen Mann drei Gegenstände aus dem Dom zu Strängnäs westlich von Stockholm gestohlen zu haben: die Krone und den Reichsapfel des 1611 gestorbenen Königs Karl IX. von Schweden sowie die Krone seiner 1625 gestorbenen Frau, Königin Christine von Holstein-Gottorf. Die Insignien waren bei deren Beerdigungen mit beigesetzt worden.

Die drei Kronjuwelen haben einen Schätzwert von 65 Millionen schwedischen Kronen (6,3 Millionen Euro). Die Herrschaftszeichen gelten als Teil des nationalen Erbes. Nach Aussage des Dekans wurden die Sicherheitsvorschriften bei ihrer Aufbewahrung befolgt. Die Kronen und der Reichsapfel seien "in Übereinstimmung mit Genehmigungen und Richtlinien von Behörden und Versicherungen" aufbewahrt worden.

Zeugen hatten berichtet, sie hätten zwei Täter auf Damenfahrrädern fliehen sehen. Die vermutlich gestohlenen Räder wurden nach der Tat am Ufer des Mälarsees gefunden. Die Diebe setzten die Flucht nach Polizeiangaben vermutlich auf einem Jetski oder in einem kleinen Motorboot fort.

wit/dpa

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