Urteil in Hamburger Mordprozess
Lebenslange Haft für Morsals Bruder
Hamburg - Im Prozess gegen den 24-jährigen Obeidi sahen es die Richter als erwiesen an, dass der junge Mann seine Schwester am 15. Mai 2008 aus Wut über ihren Lebensstil auf einen Parkplatz in Hamburg-St. Georg lockte und mit 23 Messerstichen gezielt tötete.
Das Gericht folgte damit dem Antrag des Staatsanwalts, der von einer Tat "auf niedrigster sozialer Stufe" gesprochen hatte. Die Verteidiger hatten auf Totschlag und verminderte Schuldfähigkeit plädiert.
Die Familie des Angeklagten reagierte mit einem lauten Aufschrei auf das Urteil und hämmerte gegen das Sicherheitsglas des Verhandlungssaals.
Das Verbrechen an der Schülerin hatte bundesweit für großes Entsetzen gesorgt.
Der 24-Jährige war am Tag nach dem tödlichen Messerangriff festgenommen worden und hatte die Tat in Vernehmungen bei der Polizei gestanden. Auch vor Gericht räumte er den Angriff indirekt ein, bestritt aber jede Tötungsabsicht.
pad/dpa
