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Panorama

NSU-Opfer zu Zschäpe-Aussage

"Mich interessiert, wie es möglich war"

Zweieinhalb Jahre schwieg sie, nun hat Beate Zschäpe eine Aussage im NSU-Prozess angekündigt. Die Hinterbliebene eines Opfers erhofft sich davon Hintergründe, auch im Zusammenhang mit dem Verfassungsschutz.

AP

Beate Zschäpe vor Gericht: Nach zweieinhalb Jahren Schweigen will sie Aussagen

Dienstag, 10.11.2015   08:45 Uhr

Von der angekündigten Aussage Beate Zschäpes erhofft sich die Angehörige eines NSU-Opfers Aufschluss über die Hintergründe der rechtsextremen Mordserie. "Mich interessiert, wie es möglich war, dass sie so viele Morde begehen konnten, obwohl man wissen musste, wo sie sind", sagte Yvonne Boulgarides.

Yvonne Boulgarides ist die Witwe des NSU-Opfers Theodoros Boulgarides. Der Grieche war am 15. Juni 2005 in seinem Schlüsseldienstladen in München erschossen worden.

Sie wünsche sich auch, dass Zschäpe "über die Zusammenhänge zwischen dem NSU, seinen Helfern und den Verfassungsschutzämtern" aussage, so Boulgarides. Das bisherige Schweigen der Angeklagten bezeichnete sie als Taktik.

Zschäpe ist die Hauptangeklagte im NSU-Prozess und muss sich für die zehn Morde und zwei Sprengstoffanschläge verantworten, die die Bundesanwaltschaft dem "Nationalsozialistischen Untergrund" vorwirft. Am Mittwoch will ihr Verteidiger Mathias Grasel eine Erklärung im Namen Zschäpes verlesen.

hut/dpa

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