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Würzburg

Kita durchsucht - Festnahmen wegen Kinderpornografie

Wegen des Verdachts der Herstellung und der Verbreitung von Kinderpornografie haben Ermittler zwei Männer festgenommen. Die Spuren führten die Spezialeinsatzkräfte in eine Würzburger Kita.

Donnerstag, 21.03.2019   12:55 Uhr

Bei einer Razzia wegen der Herstellung und Verbreitung von Kinderpornografie hat die Polizei in Würzburg zwei Männer festgenommen. Das teilten die Ermittler mit. Eine Kindertagesstätte in der bayerischen Stadt sei von Spezialkräften durchsucht worden.

"Konkrete Informationen, dass Kinder der Kita betroffen sind, haben wir nicht", sagte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg. Gleichwohl seien Angaben zu den Kindern gesichert worden, um gegebenenfalls eine Liste erstellen zu können, um mögliche Opfer zu ermitteln.

Denn es gebe einen "entsprechenden Bezug eines der Tatverdächtigen" zu der Kindertageseinrichtung im Stadtteil Heuchelhof, hieß es. Die Polizei schickte Beamte als Ansprechpartner für besorgte Eltern und Mitarbeiter zu der Kita. Die Leitung sei entsprechend informiert worden.

Die "Bild"-Zeitung berichtet, bei den Festgenommenen handle sich um einen Kita-Mitarbeiter und dessen Lebensgefährten. Eine Bestätigung für diese Angabe gibt es bislang nicht. Zuvor hatte die Zeitung berichtet, eine Mitarbeiterin und ihr Ehemann seien festgenommen worden.

Kleine Jungen vor der Kamera missbraucht

Die Generalstaatsanwaltschaft prüft derzeit, ob die beiden Festgenommenen dem Haftrichter vorgeführt werden sollen. Ein Behördensprecher sagte dem SPIEGEL, es sei nach aktuellem Ermittlungsstand wahrscheinlich, dass nur gegen einen der Männer Haftbefehl beantragt werde.

Bei diesem handelt es sich nach SPIEGEL-Informationen um denjenigen, der weniger enge Bezüge zur Kita hat als der zweite Festgenommene. Nach jetzigem Ermittlungsstand gibt es dem Sprecher zufolge womöglich auch nur einen Täter. Es müsse geprüft werden, wer das Material hergestellt habe und wo es aufgenommen worden sei. Die Opfer waren laut den Ermittlern ausschließlich kleine Jungen.

Der Verdacht gegen die Festgenommenen war im Rahmen eines umfangreichen Ermittlungsverfahrens zur Verbreitung von Kinderpornografie im Darknet aufgekommen. Die Zentralstelle Cybercrime Bayern bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg hatte den Durchsuchungsbeschluss für die Kita - und auch für weitere Gebäude - erwirkt.

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Die Zentralstelle ist in Bayern für den Kampf gegen Kinderpornografie ist zuständig. Nach eigenen Angaben hatte die Behörde 2018 in 705 Verfahren wegen Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung ermittelt. Meist ging es um die Verbreitung kinderpornografischer Bilder und Videos sowie den sexuellen Missbrauch von Kindern.

apr/AFP/dpa

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