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Panorama

Boris Beckers Finanzprobleme

Tennislegende, leicht zerknirscht

Boris Becker zeigt sich angesichts seines Insolvenzverfahrens lernfähig. Er habe verstanden, was alles schiefgehen könne, sagt der frühere Tennisprofi - und erzählt, wie er privat mit dem Fall umging.

Getty Images

Boris Becker beim Sportpresseball in Frankfurt am Main

Mittwoch, 15.11.2017   14:16 Uhr

Boris Becker sagt, er habe aus dem jüngsten Wirbel um seine finanziellen Verhältnisse gelernt. "Vielleicht habe ich auch mich als Person, meinen Namen, meine Marke unterschätzt - was alles passieren kann, wenn Fehler passieren. Das ist eigentlich die größte Lehre, die ich daraus gezogen habe", sagte Becker der Zeitschrift "Gala".

Der frühere Tennisprofi steckt mitten in einem Insolvenzverfahren. "Es ist falsch, dass ich pleite bin", hatte der Tennisstar erst Anfang November im Interview mit der "Neuen Zürcher Zeitung" gesagt. "Die Parteien nähern sich in außergerichtlichen Schlichtungsgesprächen an und sind bemüht, eine gütliche Lösung zu finden", sagte er dazu der "Gala".

Eine englische Privatbank hat laut Becker Forderungen in Höhe von etwa 3,5 Millionen Euro plus Zinsen. Die Forderung bestreite er nicht. Man sei sich aber über die Höhe der Zinsen nicht einig. Becker bestreitet hingegen die Rechtmäßigkeit der Forderungen seines früheren Geschäftspartners Hans Dieter Cleven in Höhe von 40 Millionen Franken (rund 34,4 Millionen Euro).

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Boris Becker: Up and down, up and down

Sein Privatleben sei durch die Negativschlagzeilen massiv beeinträchtigt gewesen, weil er sich gegenüber Ehefrau Lilly habe erklären müssen, so Becker. Dabei sei es auch mal laut zugegangen. Auch mit seinen Kindern Noah, 23, Elias, 18, und Anna, 17, habe er sich auseinandergesetzt. "Ich habe mich mit allen persönlich getroffen und ihre Fragen beantwortet."

Eine Rückkehr nach Deutschland hält Becker, der seit Jahren in London lebt, für unwahrscheinlich: "Ich habe einen deutschen Pass, aber ich fühle mich nicht als Deutscher." Er sagte im Rückblick: "Ich bin vor 50 Jahren in Deutschland geboren worden, habe die ersten 17 Jahre eine behütete und beschützte Kindheit erlebt, bis ich am 7. Juli 1985 den Matchball in Wimbledon verwandelt habe. Seitdem wird mein Name in Deutschland instrumentalisiert, im Positiven wie im Negativen."

Zuletzt arbeitete Becker als Experte für die TV-Sender Eurosport und BBC, weiter ist der frühere Weltranglistenerste für verschiedene Unternehmen als Werbegesicht tätig. Seit Ende August ist er zudem Head of Men's Tennis des Deutschen Tennis Bundes (DTB) und trägt ehrenamtlich die Gesamtverantwortung für das männliche Spitzentennis in Deutschland.

ala/dpa

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