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Schnapsmalerei

Diebe stehlen fünf Lindenberg-Bilder

Malheur mit dem Likör: Auf Rügen sind mindestens fünf Bilder von Udo Lindenberg gestohlen worden. Der Sänger hatte für die Kunstwerke teilweise Hochprozentiges statt Farben verwendet. Eine Spur der Diebe hat die Polizei noch nicht.

DPA
Freitag, 06.01.2012   17:04 Uhr

Binz - Mit farbigen Likören und Wasserfarben bringt der Rockmusiker Udo Lindenberg seine Motive auf Papier und Leinwand. Nun wurden einige der zum Verkauf ausgestellten Unikate aus einer Kunstgalerie auf der Insel Rügen gestohlen. Mindestens fünf sogenannte Likörelle und Aquarelle erbeuteten die Diebe in der Nacht zum Mittwoch aus der Walentowski-Galerie in Binz.

"Die Einbrecher wollten ganz gezielt Udos Kunstwerke erbeuten", sagte Galeristin Katharina Anklam in Binz. Die Unbekannten hätten in der stürmischen Nacht ein Hinterfenster der Galerie aufgehebelt und seien dann in den hell erleuchteten Ausstellungsraum eingedrungen. "Ich gehe ganz fest davon aus, dass die Täter oder der Auftraggeber zuvor als Besucher in der Galerie waren und die Situation ausbaldowert haben", sagte sie.

"Mach mein Ding" ist verschollen

Den Wert der fünf Arbeiten beziffert der bekennende Lindenberg-Fan und Galerie-Chef Heinrich Walentowski auf etwa 31.000 Euro. Zu den gestohlenen Arbeiten gehörten cartoonähnliche Zeichnungen mit Titeln wie "Nix da" und "Evolution", sagte er.

Die Diebe ließen auch Lindenbergs 80 Zentimeter große Zeichnung "Mach mein Ding" mitgehen, die der Künstler 2008 mit Acrylfarben auf Leinwand gemalt hatte. Allein dieses Bild werde auf einen Wert von 8.400 Euro geschätzt, sagte Walentowski, der seit mehreren Jahren Zeichnungen von Lindenberg ausstellt und vermarktet. Auch das erst vor wenigen Monaten entstandene Aquarell "Ahoi! Panik-Piraten" mit einem Schätzwert von 3.140 Euro sei gestohlen worden.

Likörelle aus dem Taxi

Walentowski, der wie Lindenberg aus Westfalen stammt, ist seit zehn Jahren mit dem Rocker befreundet. Seit 2003 verkauft er dessen Bilder in seinen Galerie-Filialen in Ahlbeck auf der Insel Usedom, in Baden-Baden, Berlin, Binz, Dresden, Hamburg, Rottach-Egern und Werl.

Seine ersten Likörelle, Panic-Comics und Cartoons hatte Lindenberg auf Anregung des Aktionskünstlers und Zeichners Joseph Beuys gemalt. Anfangs entstanden Selbstkarikaturen als Zugabe zu Autogrammen, die sogenannten Udogramme. Später illustrierte Lindenberg seine Songs mit kleinen Bildern, die er nach eigenen Angaben in Kneipen, an der Bar, im Studio und manchmal auch im Taxi mit farbigen Likören zu Papier brachte. Inzwischen wurden seine Werke schon in etwa 40 Ausstellungen vorgestellt.

jbr/dapd

insgesamt 5 Beiträge
ernstjüngerfan 06.01.2012
1. Schwerer Verlust
Wieder ein Riesenverlust für die Kunstwelt: erst wird Joseph Beuys legendäre Fettecke von einer übereifrigen Putzfrau unwiederbringlich beseitigt und jetzt sind auch noch die Likörbilder von Udo Lindenberg futsch. Ein [...]
Zitat von sysopMalheur mit dem Likör: Auf Rügen sind mindestens fünf Bilder*von Udo Lindenberg gestohlen worden. Der Sänger hatte für die Kunstwerke teilweise*Hochprozentiges statt Farben verwendet. Eine Spur der Diebe hat die Polizei noch nicht. http://www.spiegel.de/panorama/leute/0,1518,807642,00.html
Wieder ein Riesenverlust für die Kunstwelt: erst wird Joseph Beuys legendäre Fettecke von einer übereifrigen Putzfrau unwiederbringlich beseitigt und jetzt sind auch noch die Likörbilder von Udo Lindenberg futsch. Ein schwerer Schlag für die Kunstschickeria.
caraya 06.01.2012
2. Na Na
Da hat aber ein echter Kunstkritiker etwas künstlerisch falsch verwickelt. Dieser unwiederbringliche Verlust ist wesentlich signifikanter als andere nicht geklaute Werke die schnödst vorgegaukelt werden. Ein [...]
Zitat von ernstjüngerfanWieder ein Riesenverlust für die Kunstwelt: erst wird Joseph Beuys legendäre Fettecke von einer übereifrigen Putzfrau unwiederbringlich beseitigt und jetzt sind auch noch die Likörbilder von Udo Lindenberg futsch. Ein schwerer Schlag für die Kunstschickeria.
Da hat aber ein echter Kunstkritiker etwas künstlerisch falsch verwickelt. Dieser unwiederbringliche Verlust ist wesentlich signifikanter als andere nicht geklaute Werke die schnödst vorgegaukelt werden. Ein kunstvoller Fettfleck ist signifikanter als begrabene Autos oder verhüllte Gebäude, -für wahre Kunstkenner.
Trondesson 07.01.2012
3.
...was einen an der Intelligenz "wahrer Kunstkenner" zweifeln lassen muß.
Zitat von carayaDa hat aber ein echter Kunstkritiker etwas künstlerisch falsch verwickelt. Dieser unwiederbringliche Verlust ist wesentlich signifikanter als andere nicht geklaute Werke die schnödst vorgegaukelt werden. Ein kunstvoller Fettfleck ist signifikanter als begrabene Autos oder verhüllte Gebäude, -für wahre Kunstkenner.
...was einen an der Intelligenz "wahrer Kunstkenner" zweifeln lassen muß.
Smartpatrol 07.01.2012
4. Och.
Steuergelder für Polizeieinsatz sparen, Udo kann doch einfach wieder 5 neue Bildchen mit Hobbyacrylfarben und Mariacron zusammenschmieren. Den einen oder anderen Nachmittag wird er dafür wohl erübrigen können.
Zitat von ernstjüngerfanWieder ein Riesenverlust für die Kunstwelt: erst wird Joseph Beuys legendäre Fettecke von einer übereifrigen Putzfrau unwiederbringlich beseitigt und jetzt sind auch noch die Likörbilder von Udo Lindenberg futsch. Ein schwerer Schlag für die Kunstschickeria.
Steuergelder für Polizeieinsatz sparen, Udo kann doch einfach wieder 5 neue Bildchen mit Hobbyacrylfarben und Mariacron zusammenschmieren. Den einen oder anderen Nachmittag wird er dafür wohl erübrigen können.
liberalliberal 07.01.2012
5. Auf Rügen sind mindestens fünf Bilder*von Udo Lindenberg gestohlen worden
solange der künstler lebt, sind die werke nicht wirklich unwiderbringlich für die menschheit entwendet worden und verloren. neues schaffen ist möglich. die mit dem diebstahl einhergehende publizität, die gewiss zu erwartende [...]
Zitat von sysopMalheur mit dem Likör: Auf Rügen sind mindestens fünf Bilder*von Udo Lindenberg gestohlen worden. Der Sänger hatte für die Kunstwerke teilweise*Hochprozentiges statt Farben verwendet. Eine Spur der Diebe hat die Polizei noch nicht. http://www.spiegel.de/panorama/leute/0,1518,807642,00.html
solange der künstler lebt, sind die werke nicht wirklich unwiderbringlich für die menschheit entwendet worden und verloren. neues schaffen ist möglich. die mit dem diebstahl einhergehende publizität, die gewiss zu erwartende regulierung einer versicherung und die nun weiträumig kursierenden werteinschätzungen der entwendeten objekte dürften der galerie wie auch dem künstler nicht nur unwillkommen sein. herr lindenberg hat jede positive entwicklung voll verdient, auch diese ungewollte.

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