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Panorama

Sex-Pistols-Sänger John Lydon

Bangen um die Queen

"God save the Queen", grölte John Lydon vor 40 Jahren ironisch in die Mikrofone der Welt - nun meint der Sänger der Sex Pistols das wörtlich: "Ich würde sie als Menschen schmerzlich vermissen."

AFP
Freitag, 24.03.2017   07:35 Uhr

Das Wichtigste vorab: Keine Sorge. Nach allem, was über das britische Staatsoberhaupt bekannt ist, geht es der Queen derzeit gesundheitlich relativ gut. Allerdings ist die legendäre Monarchin eben auch schon 90 Jahre alt, eine bange Frage ist also nicht völlig abwegig: Muss das Vereinigte Königreich in absehbarer Zeit mit einem Wechsel auf dem Thron rechnen?

Das fragt sich auch einer, der nicht gerade mit seiner Affinität für das britische Königshaus Schlagzeilen gemacht hat: John Lydon, Sänger der Punkband Sex Pistols, die 1977 mit dem Hit "God save the Queen" weltbekannt wurde. "Ich würde sie als Menschen auf dem Planeten Erde schmerzlich vermissen", sagte der 61-Jährige nun in einem Interview - obwohl er von der Monarchie wenig halte: "Es ist nicht ihre Schuld, dass sie in einem vergoldeten Käfig zur Welt kam."

Die Sache mit dem Vermissen war dann aber offenbar doch zu viel. "Kann ich das kurz noch korrigieren, bitte?", fragte Lydon sein Gegenüber Host John Doran. "Ich werde sie vermissen" klinge unheilvoll, und das wolle er nicht. "Lang möge sie leben. In Sachen 'Regieren' weiß ich es nicht, aber möge sie lange leben."

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John Lydon: "Möge sie lange leben"

Lydon fügte auch hinzu, dass er für das pompöse Gehabe um die Royal Family durchaus einiges übrig habe. "Ich liebe auch diesen Prunk", sagte er - und über William und Kate: "Ich habe diese Hochzeit geliebt. Ach, und als die Flugzeuge über den Palast flogen? Das erinnerte mich an den Zweiten Weltkrieg und diese ganzen Filme, und wie hart es war, die Nazis zu bekämpfen."

Elizabeth II. ist die dienstälteste Monarchin der Welt, im Februar feierte sie den 65. Jahrestag ihrer Thronbesteigung . Vor dem Tower in London und an vielen anderen Orten des Königreichs wurden zu Ehren des Saphir-Jubiläums der Monarchin Salutschüsse abgefeuert.

Angesichts ihres hohen Alters hatte die Queen bereits im Dezember angekündigt, sie werde 25 ihrer rund 600 Schirmherrschaften bei Organisationen an andere Mitglieder der Königsfamilie abgeben. Zum Jahreswechsel sorgten sich ihre Untertanen, weil die Königin wegen einer starken Erkältung nicht an den Gottesdiensten zu Weihnachten und zu Neujahr teilnehmen konnte. Im Januar zeigte sie sich dann wieder in der Öffentlichkeit - und lässt sich seitdem wieder fleißig blicken.

mxw

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