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Panorama

Urlaubsinsel im Atlantik

Zahlreiche Tote bei Busunglück auf Madeira

Ein Busfahrer ist auf der Insel Madeira mit seinem Fahrzeug von der Straße abgekommen, bei dem Unfall starben mindestens 28 Menschen. Dem portugiesischen Präsidenten zufolge stammen alle Todesopfer aus Deutschland.

Rui Silvia/ AFP
Mittwoch, 17.04.2019   21:41 Uhr

Auf der portugiesischen Ferieninsel Madeira ist am Mittwoch ein Touristenbus schwer verunglückt. Dabei sind mindestens 28 Menschen ums Leben gekommen. Zunächst war unklar gewesen, wie viele der Todesopfer aus Deutschland stammen. Am späten Mittwochabend teilte der portugiesische Präsident Marcelo Rebelo de Sousa dann mit, seinen Informationen zufolge seien alle Opfer Deutsche. "Ich drücke in diesem tragischen Moment den Schmerz und die Solidarität aller Portugiesen aus", sagte er dem portugiesischen Sender RTP.

Das Auswärtige Amt richtete einen Krisenstab ein: Die deutsche Botschaft stehe in engem Kontakt mit den portugiesischen Behörden auf Madeira, um die Identität der Opfer zu klären und den Verletzten beizustehen, twitterte das Krisenreaktionszentrum des Auswärtigen Amtes. Der Krisenstab sei unter folgender Telefonnummer zu erreichen: 030-500 030 00 (zunächst war eine andere Nummer mitgeteilt worden; aus technischen Gründen habe sie geändert werden müssen).

Der Unfall ereignete sich dem örtlichen Zivilschutz zufolge gegen 18.30 Uhr in der Gemeinde Caniço, sie liegt östlich der Inselhauptstadt Funchal. Der Busfahrer verlor offenbar die Kontrolle über das Fahrzeug - es kam von der Straße ab und stürzte eine Böschung hinunter auf ein Haus. Insgesamt waren etwa 50 Menschen an Bord.

Der Fahrer und der Reiseleiter hätten verletzt überlebt, sagte der Bürgermeister von Caniço laut der portugiesischen Nachrichtenagentur Lusa. Mehrere Menschen seien in ein Krankenhaus in Funchal gebracht worden.

Der Vertreter Portugals für die Autonome Region Madeira, Ireneu Cabral Barreto, kondolierte dem deutschen Botschafter in Portugal. Er bedauere "den schweren Verkehrsunfall zutiefst" und spreche den Angehörigen der Opfer "aufrichtiges Beileid" aus, zitierte ihn die Zeitung "Observador". Auch Portugals Ministerpräsident António Costa kondolierte: Er sei bestürzt und übermittle Kanzlerin Angela Merkel "in dieser schweren Stunde" sein Beileid, twitterte Costa am Abend.

"Entsetzliche Nachrichten erreichen uns aus Madeira", schrieb Regierungssprecher Steffen Seibert bei Twitter. "Unsere tiefe Trauer gilt all denen, die in dem verunglückten Bus ihr Leben verloren haben, unsere Gedanken sind bei den Verletzten."

Madeira liegt etwa 950 Kilometer südwestlich von Lissabon vor der Nordwestküste Afrikas im Atlantik. Die Urlaubsinsel hat etwa 260.000 Einwohner und gehört zu Portugal. Seit der Eröffnung des internationalen Flughafens auf Madeira kommen die meisten Urlauber mit dem Flugzeug, und die Touristenzahlen steigen jedes Jahr. Den Hauptanteil bilden Briten und Deutsche.

mal/aar/dpa/Reuters/AP/AFP

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