Schrift:
Ansicht Home:
Panorama

"MSC Zoe"-Havarie in der Nordsee

Erste Containerladung auf Borkum entdeckt

Etwa 270 Container hat der Riesenfrachter "MSC Zoe" in der Nordsee verloren. Nun ist auf Borkum Ladung gefunden worden - weitere deutsche Inseln könnten betroffen sein.

DPA/ Nonstopnews

Strand auf Borkum

Freitag, 04.01.2019   14:25 Uhr

Nach der Havarie des Riesenfrachters "MSC Zoe" in der Nordsee sind auf der Insel Borkum Teile der Containerladung angespült worden. Das sagte der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies (SPD). Er rechnet damit, dass noch mehr anlandet: Die Berechnungen zeigten, dass auch Juist und Norderney betroffen sein könnten.

Die "MSC Zoe", eines der größten Containerschiffe der Welt, hatte in der Nacht auf Mittwoch auf dem Weg vom belgischen Antwerpen nach Bremerhaven rund 270 Container in stürmischer See verloren.

Strandläufer der Kurverwaltung Borkum hatten am Freitagmorgen mehrere Fernseher entdeckt, wie der NDR berichtete. Mitarbeiter der Kurverwaltung hätten das Treibgut eingesammelt. Es seien rund 30 Geräte und einige weitere Haushaltsgegenstände angespült worden, hieß es von der Polizei auf Borkum.

Fotostrecke

"MSC Zoe": Container über Bord

Umweltminister Lies bezeichnete die hohe Zahl der vom Schiff gefallenen Container als extrem ungewöhnlich. Es gelte nun, neben Umweltschäden auch Gefahren für Leib und Leben der Anwohner und Urlauber zu verhindern. Für die Kosten müsse der Verursacher, also die Reederei, aufkommen.

Bei der Suche nach den Containern unter Wasser soll unter anderem das Spezialschiff "Wega" des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) helfen. Die "Wega" ist ein Vermessungs-, Wracksuch- und Forschungsschiff.

Ein Hubschrauber der Bundespolizei und ein Ölüberwachungsflugzeug suchen das Gebiet nordwestlich von Borkum zudem weiträumig ab. Auch Schiffe wurden ins Einsatzgebiet geschickt. "Die Arbeiten werden noch einige Tage dauern", sagte Hans-Werner Monsees, Leiter des Havariekommandos.

Im Video: Das finden niederländische "Schatzsucher" am Strand

Für den Schiffsverkehr stellen die großen Behälter ein Risiko dar, weil viele nicht sofort sinken, sondern knapp unter der Oberfläche mit den Strömungen driften und die Gefahr einer Kollision besteht. Zur Unfallursache ermittelt mittlerweile die Wasserschutzpolizei Bremerhaven.

Auf den niederländischen Inseln Vlieland, Terschelling und Ameland wurden laut der niederländischen Küstenwache mehr als 20 Container entdeckt. Angespült wurden unter anderem Autoersatzteile, Möbel, Kühlschränke, Fernseher, Spielzeug, Plastikseifenspender und OP-Kleidung.

An der niederländischen Insel Schiermonnikoog wurde ein Sack mit etwa 25 Kilogramm gefährlichem Pulver entdeckt. Nach ersten Erkenntnissen handelt es sich um einen Stoff aus der Gruppe der Peroxide, meldeten die Behörden der Provinz. Die Substanz werde nun untersucht. Tests sollen ergeben, welcher Stoff genau es ist.

Die Niederlande setzen für die Aufräumarbeiten an ihren Stränden die Armee ein. Soldaten sollen schnell dorthin geschickt werden, wie das Verteidigungsministerium in Den Haag mitteilte.

jpz/dpa

Verwandte Artikel

Artikel

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung
TOP