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Politik

Uno-Bericht zu Afghanistan

US-Luftangriffe im Mai töteten mindestens 30 Zivilisten

Laut einem Bericht der Uno-Mission in Afghanistan wurden bei US-Luftangriffen im Mai mindestens 30 Zivilisten getötet. Die USA widersprechen den Ergebnissen der Untersuchung.

Mittwoch, 09.10.2019   19:02 Uhr

Vor einem knappen halben Jahr waren die USA Luftangriffe auf mutmaßliche Drogenlabore im Westen Afghanistans geflogen. Die Uno-Mission in Afghanistan (Unama) hatte anschließend eine Untersuchung eingeleitet. Ein Bericht der Unama und des Uno-Menschenrechtsrats zieht jetzt Bilanz.

Demnach sind bei den Angriffen Anfang Mai auf mehr als 60 Orte in den Distrikten Bakwa und Delaram in der Provinz Farah 30 Zivilisten getötet und fünf weitere Menschen verletzt worden. In vier weiteren Fällen bemühe man sich noch um eine Klärung des Gesundheitszustandes, hieß es in dem Bericht. Von den insgesamt 39 Opfern sollen 17 demnach in den Drogenlaboren gearbeitet haben.

Die Uno-Mission arbeitet zudem daran, "verlässliche und glaubwürdige Berichte" zu mindestens 37 weiteren zivilen Opfern zu überprüfen. Die Mehrheit dieser 30 Todesfälle und sieben Verletzten sollen demnach Frauen und Kinder gewesen sein.

USA widersprechen: "Keine Nichtkämpfer" getötet oder verletzt

Die USA betrachten wirtschaftlich bedeutsame Standorte, die zu Kriegsanstrengungen beitragen, als legitime militärische Ziele. Trotzdem kommt der Bericht zu dem Schluss, dass Drogenlabore und die dort arbeitenden Menschen "nicht rechtmäßig zum Ziel eines Angriffs gemacht werden und geschützt werden sollten".

Die US-Streitkräfte in Afghanistan widersprachen den Uno-Erkenntnissen. Die "präzisen" Bombenangriffe hätten sich gezielt gegen Drogenproduktionsstätten gerichtet, teilte das US-Kommando in Afghanistan mit. "Umfassende Bewertungen" im Anschluss hätten ergeben, dass dabei "keine Nichtkämpfer" getötet oder verletzt worden seien.

Die Taliban kontrollieren in Afghanistan weitgehend die Drogenproduktion. Die US-Armee geht regelmäßig gegen Metamphetamin-Labore der radikalislamischen Miliz vor.

Nach Unama-Angaben tragen Frauen und Kinder die größte Bürde des Kriegs. Mehr als 46.000 Zivilisten starben demnach zwischen Januar 2009 und Juni 2019. Nach einem Anschlag in Afghanistan Anfang September hat US-Präsident Donald Trump Verhandlungen der USA mit den Taliban ausgesetzt.

aev/dpa/AFP

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