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Politik

Beschlagnahmte "Wise Honest"

Nordkorea fordert Hilfe der Uno beim Streit um Frachtschiff

"Ruchlos und "ungesetzlich" nennt Nordkorea die Beschlagnahmung des Frachtschiffs "Wise Honest". Die USA würden sich nicht um internationales Recht scheren. Nun verlangt das Land Hilfe von den Vereinten Nationen.

Fili Sagapolutele/ AP/ dpa

Frachtschiff "Wise Honest" in der Hafeneinfahrt von Pago Pago auf Amerikanisch-Samoa

Samstag, 18.05.2019   13:09 Uhr

Nordkorea appelliert im Streit um ein von den USA beschlagnahmtes Frachtschiff an die Vereinten Nationen (Uno). Diese müssten "Sofortmaßnahmen" ergreifen, damit Nordkorea die "Wise Honest" zurückerhalte, heißt es in einem Schreiben des nordkoreanischen Uno-Botschafters Kim Song an Uno-Generalsekretär Antonio Guterres.

Die Begründung für die Forderung: Das Vorgehen der USA sei illegal, der Vorfall zeige, dass die USA ein Gangsterland seien, das sich nicht um internationales Recht schere. Die Beschlagnahmung sei ein "ungesetzlicher" und "ruchloser" Akt der USA, heißt es in dem Schreiben. Nordkorea warf den USA vor wenigen Tagen auch Diebstahl vor.

Die USA hatten das Frachtschiff wegen Verstoßes gegen die Wirtschaftssanktionen beschlagnahmt. Die "Wise Honest" habe Kohle exportiert, schwere Maschinen importiert und damit das internationale Embargo gegen Nordkorea verletzt, teilte ein US-Bundesanwalt vergangene Woche in New York mit.

Die Beschlagnahmung des Schiffs erfolgte vor dem Hintergrund wachsender Spannungen zwischen den USA und Nordkorea. Diese nehmen seit dem Scheitern des zweiten Gipfeltreffens zwischen Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un und US-Präsident Donald Trump im Februar wieder zu. Die Gespräche über die atomare Abrüstung des international isolierten Landes stecken fest.

Flugabwehrraketen für Südkorea

Auch zwischen den Staaten der koreanischen Halbinsel wachsen die Spannungen. Nordkorea hatte Südkorea zuletzt für Rüstungskäufe in den USA kritisiert. Das Land störte sich unter anderem an der Ankunft der ersten F-35-Kampfjets in Südkorea. Das Land baut derzeit seine Flotte an Zerstörern aus, die auf Flugabwehr spezialisiert und mit SM-2-Rakten ausgerüstet sind.

Südkorea wolle bis zu 94 Raketen dieses Typs kaufen, erklärte nun eine dem US-Verteidigungsministerium unterstellte Behörde. Die US-Regierung hat den Verkauf dieser Flugabwehrraketen für rund 300 Millionen Dollar bereits genehmigt. In dem Deal sollen auch zwölf Leitsysteme und technische Unterstützung enthalten sein.

Auch Japan, ein weiterer Verbündeter der USA in der Region, habe die Genehmigung zum Kauf von US-Waffen erhalten, erklärte die Unterbehörde des Pentagon. Dabei gehe es um Raketen mittlerer Reichweite für ebenfalls rund 300 Millionen Dollar.

jus/AFP/Reuters

insgesamt 3 Beiträge
Atheist_Crusader 18.05.2019
1.
Da beschweren sich ja die Richtigen. Nordkorea erkennt das Seerecht selbst nur sehr begrenzt an und betrachtet internationale Gewässer auch gerne mal als national, wenn es ihnen in den Kram passt und sie glauben damit [...]
Da beschweren sich ja die Richtigen. Nordkorea erkennt das Seerecht selbst nur sehr begrenzt an und betrachtet internationale Gewässer auch gerne mal als national, wenn es ihnen in den Kram passt und sie glauben damit durchzukommen. Wie das Land über internationales Recht denkt und handelt, dazu muss ich wohl gar nicht erst anfangen.
hausfeen 18.05.2019
2. Na, das Geschäft brummt ja richtig in der ...
US-Rüstungsindustrie.
US-Rüstungsindustrie.
jujo 18.05.2019
3. ....
Dafür das Trump die USA künftig aus kriegerischen Konflikten heraushalten will ist er z.Z. ja sehr aktiv an möglichen mehreren Fronten. Ich weigere mich zu akzeptieren, das die Republikaner bereit sind dieses mögliche [...]
Dafür das Trump die USA künftig aus kriegerischen Konflikten heraushalten will ist er z.Z. ja sehr aktiv an möglichen mehreren Fronten. Ich weigere mich zu akzeptieren, das die Republikaner bereit sind dieses mögliche Desaster mitzumachen!

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