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Politik

Bolivien

Präsident Morales strebt trotz Verbot vierte Amtszeit an

Er gilt als der am längsten amtierende Staatschef Boliviens. Nun hat Präsident Evo Morales seine Kandidatur für eine vierte Amtszeit angekündigt - trotz eines Verbots.

REUTERS

Evo Morales

Montag, 19.12.2016   11:19 Uhr

Nach der bolivianischen Verfassung sind eigentlich maximal zwei Amtsperioden eines Staatschefs möglich. Evo Morales ist derzeit bereits zum dritten Mal an der Spitze Boliviens - dank einer großzügigen Auslegung der Verfassung. Trotz eines Verbots will er jetzt erneut antreten.

Mit einem Referendum konnten die Bolivianer im Februar die Verfassung ändern, damit hätte Morales bis 2025 legal im Amt bleiben können. Doch das Volk entschied sich dagegen. Anfang des Jahres hatte Staatschef Morales die Entscheidung noch akzeptiert, jetzt hat ihn seine sozialistische Partei MAS zum vierten Mal als ihren Kandidaten für die Wahl 2019 ins Rennen geschickt.

"Ich bin gezwungen, mich euch zu unterwerfen, um für unser geliebtes Bolivien weiter zu arbeiten", sagte der 57-Jährige bei einer Nominierungsveranstaltung seiner sozialistischen Partei MAS. Der Parteitag hatte ihn am Vortag als Kandidaten bestimmt. Die MAS will nun Möglichkeiten prüfen, wie Morales doch noch legal wiedergewählt werden könnte. Neben einem neuen Referendum soll ein Rücktritt ein halbes Jahr vor der Wahl eine Option sein. Damit wäre Morales wieder zur Kandidatur berechtigt.

Morales regiert seit 2006. Bereits jetzt ist er der am längsten amtierende Staatschef seit der Unabhängigkeit 1825. Im Falle einer Wiederwahl würde er 19 Jahre an der Macht sein - obwohl die aktuelle Verfassung das eigentlich untersagt.

Kritiker werfen dem früheren Kokabauer seit Langem autoritäre Tendenzen vor.

pem/dpa

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