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Politik

May-Nachfolge

Boris Johnson will Premierminister werden

Damit ihr Brexit-Deal doch noch vom Parlament abgesegnet wird, bot Großbritanniens Premier Theresa May ihren Rücktritt an. Boris Johnson würde gern ihr Nachfolger: "Natürlich stehe ich bereit".

AP

Boris Johnson

Donnerstag, 16.05.2019   16:14 Uhr

Schon länger gilt Boris Johnson als Topanwärter auf die Nachfolge von Großbritanniens Premierministerin Theresa May. Nun hat er seine Ambitionen noch einmal bekräftigt. "Natürlich stehe ich dafür bereit", sagte der Ex-Außenminister am Rande einer Veranstaltung der Versicherungswirtschaft. Das berichtet der britische Sender BBC.

May hatte im Abstimmungschaos um ihren Brexit-Deal ihren Rücktritt in Aussicht gestellt, sollte das Unterhaus ihrem Austrittsabkommen zustimmen.

Johnson hatte unter anderem als Außenminister für allerlei Skandale und Peinlichkeiten gesorgt. Vor allem an der Basis kommt er mit seinem polternden Stil gut an. Bei den Profipolitikern genießt er dagegen weniger Rückhalt.

May gibt nicht auf

Die britische Premierministerin ist mit ihrem Brexit-Deal, den sie mit Brüssel ausgehandelt hat, bisher drei Mal im Unterhaus gescheitert. Bald will sie ihren Brexit-Deal offenbar über einen Umweg erneut ins britische Unterhaus bringen. Das Gesetz zum EU-Austrittsabkommen ("Withdrawal Agreement Bill") soll in der ersten Juniwoche ins Parlament eingebracht werden.

Das Gesetz zum EU-Austrittsabkommen ist notwendig, um das Abkommen nach britischem Recht wirksam zu machen.

Um ihren Deal doch noch zu retten, setzt May wohl weiterhin auf die Hilfe der Opposition. Die Premierministerin traf sich jüngst erneut mit Labour-Chef Jeremy Corbyn. Das Gespräch sei "nützlich und konstruktiv" gewesen, hieß es in einer Mitteilung. Die Gespräche zwischen Regierung und Opposition würden fortgesetzt, da eine "stabile Mehrheit" angestrebt werde, um das Gesetz zum Austrittsabkommen durchs Parlament zu bringen.

Die Regierung und Labour-Vertreter diskutieren seit mehreren Wochen, wie sich im Unterhaus eine Mehrheit für Mays Brexit-Abkommen finden lassen könnte. Allerdings machen sie dabei nur zögerliche Fortschritte.

Grafik zum Brexit-Poker

mho/Reuters

insgesamt 68 Beiträge
fjt1967 16.05.2019
1. Boris Johnson als Premierminister - ein Hohn für Europa und die Welt
er ist doch einer der Hauptverantwortlichen dieser Brexit-Misere. M.E. hatte er mit seinem Eton-Freund Cameron im Pub eine Wette abgeschlossen, dass die Briten die EU verlassen wollen...und so ist es zum Referendum gekommen mit [...]
er ist doch einer der Hauptverantwortlichen dieser Brexit-Misere. M.E. hatte er mit seinem Eton-Freund Cameron im Pub eine Wette abgeschlossen, dass die Briten die EU verlassen wollen...und so ist es zum Referendum gekommen mit diesem völlig verrückten Ergebnis aus dem nun keiner mehr herauskommt. Er ist im Ausland völlig unbeliebt und wird UK noch weiter in die Isolation führen...was für eine Selbstüberschätzung !
s.l.bln 16.05.2019
2. Johnson als Premierminister...
...wäre für mich die einzige Bedingung unter der ich einen harten Brexit befürworten würde. Dann bitte noch einen Wirtschaftsminister Farage. Anschließend alle anderen zurücklehnen, vorher containerweise Chips und Cola [...]
...wäre für mich die einzige Bedingung unter der ich einen harten Brexit befürworten würde. Dann bitte noch einen Wirtschaftsminister Farage. Anschließend alle anderen zurücklehnen, vorher containerweise Chips und Cola bereitstellen und die Show genießen. Ich würde so gern sehen, wie sie den ganzen Quatsch realisieren müssen, den sie versprochen haben .
Deeds447 16.05.2019
3. Das Gesicht für die ganze Komik des BREXITs
BoJo ist meiner Ansicht nach wie Farage die fleisch gewordene BREXIT-Figur. Erst das Feuer anfachen, dann flüchten und im Augenblick des nächsten Personalkarrussels wieder antanzen. Leider hat das viel Vertrauen in der [...]
BoJo ist meiner Ansicht nach wie Farage die fleisch gewordene BREXIT-Figur. Erst das Feuer anfachen, dann flüchten und im Augenblick des nächsten Personalkarrussels wieder antanzen. Leider hat das viel Vertrauen in der Bevölkerung in die Politik allgemein, aber auch in die EU zerstört, die letztendlich passiv auf Statuten und Verträgen beharrend, der Tragödie kein Ende gesetzt hat, sondern selbst in Form von Juncker oder Tusk dankbar teilgenommen hat und aus der eigenen Belustigung selbst vor laufender Kamera keinen Hehl gemacht hat. Dabei war das ganze auch ein Armutszeugnis für die europäischen Institutionen, wie man (un!-) professionell nicht nur mit EU-Aufnahmen, sondern auch mit einem EU-Austritt verfährt und jedem Kritiker an der EU, egal welchem Lager zuzurechnen, damit mit postwendend Recht zugeben, dass die EU im groben Rahmen doch eher ein Clownsverein, als eine ernstzunehmende und zukunfsträchtige Veranstaltung ist.
Gegenanflug27 16.05.2019
4.
Man sollte ja meinen, wenn sich solch eine Witzfigur wie Johnson, selbst für papabile, für das Amt des Premierministers hält, dass dann gewisse demokratische und innerparteiliche Schutzmechanismen greifen würden, um zu [...]
Man sollte ja meinen, wenn sich solch eine Witzfigur wie Johnson, selbst für papabile, für das Amt des Premierministers hält, dass dann gewisse demokratische und innerparteiliche Schutzmechanismen greifen würden, um zu verhindern, dass Staat und Regierungspartei sich lächerlich machen. In Zeiten jedoch, in denen die Amerikaner ihren größten Dorftrottel zu ihrem Präsidenten wählten, muss man wohl alles für möglich halten. Man könnte den Niedergang, der einstmaligen Leuchttürme, der westlichen Demokratien genießen, wenn es Teil einer griechischen Komödie oder wenigstens einer Tragödie wär. Leider ist es bittere Realität ! Wenn man Merkel, gerade wegen ihrer stupide, bräsigen Untätigkeit, in allen wichtigen Politikfeldern, mittlerweile für einen letzten Ankerpunkt der Vernunft halten muss, dann sagt das viel aus, über den Zustand der Welt. - Niedergang aller Orten und ich bin noch nicht alt genug, um dem mit Gelassenheit zu begegnen.
Nur ein Blog 16.05.2019
5.
Na ja, die Briten verlassen die EU, auch Europa genannt, so oder so. Braucht sich Europa nicht mehr für das UK zu schämen.
Zitat von fjt1967er ist doch einer der Hauptverantwortlichen dieser Brexit-Misere. M.E. hatte er mit seinem Eton-Freund Cameron im Pub eine Wette abgeschlossen, dass die Briten die EU verlassen wollen...und so ist es zum Referendum gekommen mit diesem völlig verrückten Ergebnis aus dem nun keiner mehr herauskommt. Er ist im Ausland völlig unbeliebt und wird UK noch weiter in die Isolation führen...was für eine Selbstüberschätzung !
Na ja, die Briten verlassen die EU, auch Europa genannt, so oder so. Braucht sich Europa nicht mehr für das UK zu schämen.

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